Das Netz der Ladesäulen wird dünner, um so weiter man sich von der Metropole Berlin entfernt. 40 offizielle Ladesäulen gibt es aktuell im Landkreis, einzelne Säulen mit zwei Anschlüssen können hierbei durchaus als zwei Säulen auftauchen, maßgeblich für die Anzahl der Säulen ist die Frage, wie viele Autos zugleich „betankt“ werden können. Beinahe zwei Drittel der 40 Ladesäulen finden sich im östlichen Havelland. Je weiter die Reifen rollen, sich von der Hauptstadt entfernen, um so dünner wird es. Nur in Friesack und Rathenow kann im westlichen Havelland Strom getankt werden. In Friesack befinden sich zwei Ladesäulen, in Rathenow, und damit ist die Stadt Spitzenreiter in Sachen Angebot an E-Säulen im Kreis, sogar 13.
Parken und Stromtanken
Die Versorgung für E-mobile Autofahrer scheint nicht überall die gleiche Priorität zu haben.  Nauen verfügt über fünf Ladesäulen, Ketzin, gar nicht so weit entfernt, hat zwei Ladesäulen für Elektroautos. Spitzenreiter im Osthavelland ist Wustermark. Zehn Ladesäulen stehen auf Wustermarker Land. In Schönwalde-Glien finden sich insgesamt drei Ladesäulen, zwei in unmittelbarer Nähe zum Rathaus, eine weitere auf dem Gelände des Erlebnisparks in Paaren. Drei Ladesäulen werden in Dallgow-Döberitz vorgehalten, Schlusslicht ist Falkensee mit nur einer einzigen Ladestation. Hier soll, nach Informationen der Energie Mark Brandenburg (EMB), noch vor Jahresende eine weitere Ladesäule in Betrieb gehen.
An vielen gewerblich genutzten Orten gehört Parken und Stromladen zum selbstverständlichen Angebot. Die vergleichsweise hohe Dichte an Ladesäulen erklärt sich so in Wustermark. Vier der Ladesäulen stehen im Designer-Outlet-Center, drei bei Karls. Auch die Ladesäulen in Dallgow gehören in diese Kategorie, hier kann das Auto aufgeladen werden, während der Havelpark besucht wird. Die eine Ladesäule in Falkensee und auch eine der Säulen in Nauen werden von autoaffinen Händlern betrieben. Auch in Rathenow bietet ein Autohaus eine der Säulen zur Nutzung an. Ebenso haben findige Besitzer von Hotels und Gaststätten diesen Service für sich entdeckt. Vorteil, man kann schmausen, im gewissen Sinn, wie das Auto vor der Tür. So möglich in Nauen auf dem Landgut Stober (zwei Ladesäulen) und im Nauener Hotel „Zum Baggernpuhl“ (zwei Ladesäulen). Zwei Tesla Destination Charging bietet das Golf-Ressort-Semlin in Rathenow.
Ob sich die Ladezeit für eine Runde Golf, ein gutes Essen, eine Shoppingtour oder gleich eine Übernachtung eignet, das hängt derweil von verschiedenen Faktoren ab. Ladezeiten sind unterschiedlich. Da spielt zunächst die Ladeleistung der Ladestation oder Steckdose eine große Rolle. Die „normale Ladesäule“ unterscheidet sich natürlich von den Schnellladesäulen, hier entscheidet die Ladetechnik. Und dann gibt es noch die von Tesla eingeführten Supercharger. Die Geschwindigkeit des Ladevorganges hängt wesentlich von der Kapazität der Batterie im Auto ab. Als Beispiel die Ladesäule der EMB in Schönwalde am Rathaus: eine Säule mit zwei Lademöglichkeiten. An beiden Ladepunkten können Fahrzeuge gleichzeitig mit 22 kW geladen werden, wenn das Fahrzeug diese Menge aufnehmen kann. Das Auto im Versuch ist ein Smart mit einer Batteriekapazität von 17,6 kWh. Hätte der Wagen einen Bordlader mit 17,4 kW wäre das Fahrzeug an diesem Standort binnen einer Stunde zu 100 Prozent aufgetankt. Serienmäßig hat der Smart einen Bordlader von 4,6 kW. Um nun eine 100-prozentige Ladung zu erreichen, verlängert sich die Ladezeit um ein vierfaches. Für ganz Eilige, als Extra kann ein 22 kW Bordlader gekauft werden. Dann dauert der Ladevorgang eine dreiviertel Stunde. Die genannten Daten stammen von einem Vorortversuch der EMB mit einem Smart. So erklären sich dann auch die oft starken Schwankungen, wenn Ladedauern in Stunden angegeben werden.
Auf „autoscout24.de“ lässt sich die Ladezeit an unterschiedlichen Steckdosen nachlesen. Zwischen acht bis 14 Stunden Ladedauer an der Haushaltssteckdose. Schneller geht es in zwei bis sechs Stunden. mit einer Wallbox, die oft in diesem Zusammenhang empfohlen wird. Zwei bis vier Stunden brauchen öffentliche Ladesäulen, öffentliche Schnellladesäulen eine halbe bis eine Stunde. Und noch etwas ist zu beachten. Anders als es EMB am Beispiel des Smart aufzeigte, wird in Testreihen oft nicht von einer 100-prozentigen Aufladung gesprochen, sondern von 80 Prozent.
Wie weit kommt man
im Havelland?
Ganz egal wohin die Fahrt gehen soll, Zelt und Bunsenbrenner können zuhause bleiben. Von der Berliner Allee in Schönwalde, Standort der EMB Säule bis zum Optikpark in Rathenow sind es rund 80 Kilometer. Allerdings sollten hier dann schon manche Fabrikate von der Ladesäule Gebrauch machen, denn der Rückweg, man bedenke die mangelnde Säulen-Dichte im Westhavelland, könnte hier für das eine oder andere Elektroauto nicht mehr machbar sein. Die weitaus größere Anzahl der E-Mobilen schafft das allerdings locker, da ist auf dem Rückweg auch noch ein Abstecher drin. Wer viel unterwegs ist, kann sich von e-tankstelle-finder.com bei der Suche nach einer Ladesäule unterstützen lassen. Allerdings ist die Liste nicht vollständig.
Es gibt keine einheitliche, verbindliche Antwort, was das Laden eines Elektro-Autos kostet. Für Kunden wird der Strom für das Auto oft kostenlos angeboten, wobei nicht immer klar ist, ob der Kunde auch etwas kauft. Anderswo ist der kostenlose Service tatsächlich mit dem Erwerb einer Ware oder Dienstleistung gekoppelt. Für gewerblich aufgestellte Ladesäulen gelten unterschiedliche Tarife, manchmal kann sich der Kauf einer Ladekarte lohnen. Im Allgemeinen gilt wohl, dass das Auto zuhause laden, die kostengünstigste Methode ist.