Rund 100 Jahre alt sind die noch wenigen verbliebenen Apfelbäume im 1,4 Kilometer langen Verbindungsweg von Quermathen nach Groß Behnitz.
„Gepflanzt wurden sie zur Zeit des Groß Behnitzer Gutes von Ernst von Borsig (1869-1933) und später zur Erntezeit auch bewacht“, erzählte Rita Jung, Vorsitzende des Behnitzer Heimatvereins.

Kitakinder ernten gerne die Früchte

Heute kann sie jedermann ernten. Das tun auch die Jüngsten der Kita Sonnenschein bei ihren Spaziergängen durch die Groß Behnitzer Feldflur im Herbst sehr gerne. „Dann kosten wir uns durch die verschiedenen Sorten“, scherzte Kitaleiterin Ulrike Koske. Es sind allerdings nur noch wenige Früchte tragende Bäume übrig. Gebüsch droht, den Weg zuzuwuchern. Das wird sich auf Initiative der Behnitzer Jagdgenossenschaft bald ändern.

Historischer Weg soll in Eigenregie gepflegt werden

Auf Vorschlag des Vorstandes wurde beschlossen, den historischen Weg in Eigenregie zu pflegen und nach und nach wieder so zu gestalten, wie er einst angelegt wurde. Die Stadt Nauen als Eigentümer des Weges hat sofort zugestimmt und Werner Perschall, Einsatzleiter der stadteigenen Dienstleistungsgesellschaft, sagte noch vor Ort die Unterstützung zu. Die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises gab grünes Licht. Auch Jagdpächter unterstützen das Vorhaben, wie Harry Kunick versicherte, der hier sein von der Genossenschaft gepachtetes Jagdrevier hat.

Sträucher in Form geschnitten

Und es blieb nicht lange bei der Absicht. Vor einigen Tagen trafen sich die Beteiligten vor Ort, als mit der laut kreischenden maschinellen Säge die ersten hundert Meter wildgewachsene Sträucher wieder mit sauberem Schnitt in Form gebracht wurden.
Mathias Jung, Vorsitzender des Vorstandes der Jagdgenossenschaft und Landwirt, stellte die Technik zur Verfügung. „Wir wollen nach unserer ersten Aktion, während der der Weg von Quermathen nach Schwanebeck und in Klein Behnitz der Mittelweg zum Heineberg in Ordnung gebracht wurden, erneut etwas zur Pflege unseres schönen Reviers tun“, freute er sich über den Start. „Wir beide sind hier aufgewachsen und mit unserem Dorf verbunden“, ergänzte sein Stellvertreter Marcus Dawid.

Neue Bäume sollen gepflanzt werden

Aber es soll nicht beim Pflegeschnitt bleiben. Nach und nach werden die wildwachsenden Sträucher wieder durch Apfelbäume ersetzt. Einige Mitglieder der Genossenschaft hätten bereits zugesagt, die Patenschaft zu übernehmen, sagte Mathias Jung.
Weil das Vorhaben der Jagdgenossenschaft auch von den Erziehern der Kita mit soviel Beifall aufgenommen wurde, ist der Start zur Neupflanzung der Apfelbäume symbolisch auf das Kita-Gelände verlegt worden. Die Jagdgenossenschaft beabsichtigte, dafür drei Obstbäumchen zu spenden.
Als die Nauener Baumschulen das erfuhren, wollte der Betrieb dieses Vorhaben selbst unterstützen und spendete je ein Pflaumen-, ein Birnen- und natürlich ein Apfelbäumchen für diesen guten Zweck. „Hier sollen auch noch kleine Finnhütten zum Spielen gebaut werden. Dann haben wir künftig davor eine kleine Baumallee und Obst aus dem eigenen Garten“, kommentierte Krippenerzieherin Jessica Buttler die Pflanzaktion.