Im letzten Jahr riefen bundesweit Gemeinden und Städte den Klimanotstand aus. Das sich etwas zugunsten des Klimas ändern muss, das sieht auch Alexis Schwartz so, Bündnisgrüner und Mitglied der Gemeindevertretung Wustermark. Das Wort „Notstand“ mag er in diesem Zusammenhang nicht nutzen. „Es ruft ein Gefühl der Hilflosigkeit hervor“, sagt er.

Klimaschutz AG im Sommer gegründet

Die Gemeinde Wustermark sieht er bereits auf einem guten Weg, wenn es um den Klimaschutz geht. Gut und ausbaufähig, denn wenn es nach der AG Klimaschutz geht, sollen die Belange des Klimaschutzes feste Größe bei allen Entscheidungen in der Gemeinde werden.
Im Sommer gründete Schwartz die Arbeitsgemeinschaft Klimaschutz, deren Koordinator er ist. Rund 20 Teilnehmer kamen zum ersten und einzigen Treffen in der realen Welt. Zu Schwartz Überraschung kamen Vertreter aller in die Gemeindevertretung (GV) Wustermark gewählten Fraktionen. Die AG Klimaschutz ist damit ein Grünes und politisch buntes Projekt. Das nächste Treffen fand online statt und auch die nächste Sitzung im Januar wird eine Videokonferenz sein.

Ziele erarbeitet und Arbeitsgruppen gebildet

Zunächst hat man die Ziele erarbeitet und in Gruppen aufgeteilt. Beim Thema Verkehr geht es um die Fragen der klimafreundlichen Mobilität, zum Beispiel der Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs, Möglichkeiten des Car-Sharing und den Verleih von Lastenfahrrädern. Der Punkt Bauen & Grünes Wustermark hat viele Unterpunkte, einige davon sind: Obstbaumförderung an den Straßen, Verhinderung von Steingärten, Unterstützung der nachhaltigen Landwirtschaft, Dachbegrünungen, Photovoltaik und Solarthermie auf Gebäuden berücksichtigen, Passivbauweise im kommunalen Bereich.
Der Bereich Energie und Wärmeversorgung will sich der Konzepte für die Energie- und Wärmenutzung annehmen unter Beteiligung der Bürger. Das Thema Wasserhaushalt soll beitragen, die Gemeinde widerstandsfähig gegen mögliche Wasserknappheit infolge mangelnden Niederschlages werden zu lassen. Alte Feuchtgebiete könnten dazu reaktiviert werden, ist eine der Ideen.

Jeder Beschlussantrag soll auf Klima-Auswirkungen geprüft werden

Ganz wichtig sei, sagt Schwartz, den Klimaschutz nicht als Einzelthema zu betrachten. „Das ist ein Querschnittthema und betrifft alle Belange“, sagt er. Damit hier kein Schaufensterantrag in die Wege geleitet wird, soll zukünftig jeder Antrag und jeder Beschluss die Auswirkungen auf das Klima beleuchten. So wie auch in jedem Antrag die Auswirkung auf den Haushalt der Gemeinde dargelegt wird, sollen die Auswirkungen aufs Klima Betrachtung finden, erläutert Schwartz. Der Zeitpunkt ist günstig. Wustermark hat bereits ein Klimaschutzkonzept und dies soll 2021 überarbeitet werden. „Dann könnte der Klimavorbehalt in die Präambel aufgenommen werden“, sagt Schwartz.
Für die AG Klimaschutz werden noch interessierte Wustermarker gesucht. Kontakt: Alexis@alexis-schwartz.de