Jede Woche gäbe es teils sogar mehrere Anfragen von potentiellen Investoren für die Errichtung von Photovoltaikanlagen auf dem Ketziner Territorium, informierte kürzlich Bürgermeister Bernd Lück (FDP) im Bauausschuss. Das mag daran liegen, dass diese Anlagen ohne Stromspeicher derzeitig Renditen zwischen drei und fünf Prozent bringen und in der Region Berlin-Brandenburg in den letzten Jahren mit die höchste Anzahl Sonnenstunden registriert wurde.

Stadt entscheidet über Standorte von Photovoltaik-Anlagen

Wie Lück anmerkte, verfüge die Stadt selbst über keine dafür geeigneten Flächen, entscheide aber über die Standorte. Auslöser der Diskussion war eine Bauvoranfrage von Sven Balmer, Geschäftsführer der Zachower Agro GmbH, über die mögliche Errichtung einer Photovoltaikanlage auf dem Zachower Gallberg. Noch drehen sich dort die Flügel der ältesten Windenergieanlage Ketzins. Allerdings läuft der Pachtvertrag aus und so genanntes Repowering ist auf dieser Fläche nicht zulässig, da sie nicht im neu zugemessenen Windeignungsgebiet liegt.

Arbeitsgruppe für Kriterienkatalog vorgeschlagen

Auch wenn es prinzipiell keine Ablehnung dieser Voranfrage gab, entzündete sich eine Diskussion darüber, welche Anträge potentieller Investoren befürwortet und welche abgelehnt werden sollten - und warum. Wie Bauausschussvorsitzender Bert Tschirner anmerkte, entscheiden im Gegensatz zu den Windmühlen die Kommunen über den Standort der Stromerzeuger und sie profitieren auch davon. Er schlug vor, eine fraktionsübergreifende Arbeitsgruppe zu bilden, die als Entscheidungshilfe für die Stadt einen Kriterienkatalog erarbeitet.
Tschirner nannte auch gleich einige der möglichen Kriterien, beispielsweise Flächenobergrenze, geeignete Flächen im Territorium und Bodenrichtwerte. Lück begrüßte diesen Vorschlag, auch aus Gründen der Gleichbehandlung der Anträge potentieller Investoren. Davon erwartet er nach eigenen Worten noch einige in diesem Jahr.

Wertvolles Ackerland soll geschützt werden

So könnte das Zupflastern großer Flächen des Ketziner Territoriums mit den Anlagen vermieden und wertvolles Ackerland geschützt werden. Es ist kein Geheimnis, dass inzwischen Photovoltaikanlagen oft rentabler sind als der traditionelle Ackerbau. Einstimmig sprachen sich die Kommunalpolitiker im Bauausschuss für die fraktionsübergreifende kurzfristige Erarbeitung eines solchen Kriterienkataloges noch im April aus.