Die Nauener Platte ist seit vielen Jahren für ihre im Dunkeln blinkenden Windkraftanlagen bekannt. Die Mühlen kommen nun langsam in die Jahre, und es muss entschieden werden, wie es auf der ewig windigen Nauener Platte weiter gehen soll. Als Anrainer beschäftigen sich die Gemeinde Wustermark und die Stadt Ketzin/Havel, aber auch die Stadt Nauen mit Plänen für ein sogenanntes Repowering – also einer Erneuerung der Anlagen. In Nauen wurden in dieser Woche nun die Potenzialanalyse und ein darauf aufbauender erster Entwurf für einen neuen Flächennutzungsplan auch einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt.

Platz für neue Windkraftanlagen südlich von Lietzow und Berge

In der Potenzialanalyse zur Windenergie auf Nauener Stadtgebiet kristallisierte sich durch verschiedenste, z.T. gesetzliche Beschränkungen, die Windenergie-Anlagen ausschließen, schnell ein rund 614 Hektar großes Gebiet südlich von Neukammer, Lietzow und Berge sowie nördlich von Schwanebeck als einzige geeignete Fläche heraus. Diese wird noch durch Straßen unterteilt und eingeschränkt.
Um dieses Gebiet geht es beim Repowering in Nauen. Ideal platziert passen 39 neue Windkraftanlagen (rot) auf die Fläche südlich von Lietzow und westlich von Neukammer.
Um dieses Gebiet geht es beim Repowering in Nauen. Ideal platziert passen 39 neue Windkraftanlagen (rot) auf die Fläche südlich von Lietzow und westlich von Neukammer.
© Foto: Köneke/mdp GmbH
Bei optimaler Ausnutzung und Einhaltung aller Sicherheitsabstände könnten hier auf 2,29 Prozent der Nauener Gesamtstadtfläche bis zu 39 neue Windkraftanlagen mit bis zu 250 Meter Höhe gebaut werden. Dazu würden die derzeit dort stehenden Windkraftanlagen komplett zurück gebaut werden.

Alte Anlagen in Nauen bekommen Bestandsschutz

Der Rückbau steht auch den Anlagen auf den aus dem Windkraftgebiet heraus fallenden Flächen südlich und östlich von Markee bevor, auch wenn sich die Planer hier noch nicht konkret äußern konnten. Denn für die alten Anlagen dort besteht Bestandsschutz. Also auch, wenn der neue Flächennutzungsplan verabschiedet wird, müssen die dortigen Windkraftanlagen nicht sofort weg. Es darf nur nach Stilllegung nicht neu gebaut werden.
Die Anlagen laufen über die kommenden Jahre, beginnend mit 2025/26 und bis 2037, aus der EEG-Förderung heraus, was sie weniger wirtschaftlich macht. Bei Schäden würden die Betreiber in die alten Anlagen nicht mehr investieren und diese zurück bauen. Zudem sind viele der Verträge über die Landnutzung nur auf 30 Jahre ausgelegt. Vertraglich verpflichtet sind die Betreiber zu einem kompletten Rückbau inklusive Fundamente.

Von 96 auf 39 Windkraftanlagen bis 2037

Derzeit stehen auf Nauener Stadtgebiet 96 Windenergieanlagen mit bis zu 150 Meter Höhe. Die Zahl der Anlagen würde sich auf maximal 39 reduzieren, diese dürften dann aber bis zu 250 Meter hoch sein. Gebaut werden soll in mehreren Abschnitten von 2025 bis 2037. Denn bevor die neuen Anlagen kommen können, müssen auch in dem neuen Baugebiet die alten Anlagen erst rückgebaut werden. Zudem kann erst mit einem gültigen Flächennutzungs- und einem Bebauungsplan – dieser legt die zulässigen Standorte fest – eine Baugenehmigung beantragt werden.

Nauen kann mehr als eine Million Euro pro Jahr einnehmen

Die Zahlen sprechen für die neuen Anlagen: Heute werden in Nauen jährlich etwa 240 Millionen Kilowattstunden Strom durch die 96 Windkraftanlagen produziert. Die 39 neuen könnten gar bis zu 585 Kilowattstunden pro Jahr liefern. An den Erlösen aus der Stromgewinnung wird die Stadt Nauen über städtebauliche Verträge mit den Betreibern mit 0,2 Cent pro produzierter Kilowattstunde beteiligt. Das können am Ende mehr als 1,1 Millionen Euro pro Jahr sein, die nicht zweckgebunden wären und damit auf vielfältige Weise eingesetzt werden könnten. Dazu kommt das Windenergieanlagenabgabegesetz, durch das weitere 10.000 Euro pro Windernergieanlage pro Jahr für die Stadtkasse dazu kommen.