Zur Begrüßung der Gäste betonte Hans-Peter Pohl, Kreisvorsitzender der Europa-Union Havelland, die Bedeutung Europas. „Europa, das ist Freiheit, Frieden, Demokratie und Wohlstand. Durch den Handel mit den Partnern in der EU verdanken wir einen Großteil unseres Wohlstandes.“ Besonders für Deutschland ist der europäische Gedanke spürbar wichtig, gibt er zu bedenken. „Ohne Europa wäre die Wiedervereinigung in Deutschland nicht möglich gewesen“, sagt er. Für viele Menschen sei Europa selbstverständlich, sagt er weiter. Und auch in Europa geht es nicht immer gerecht zu. Pohl warnt vor: „Populisten und Nationalisten, die sich der Ängste der Menschen bedienen und sie für ihre kruden Theorien nutzen.“ Für seine Aufforderung, alles dafür zu tun, dass Europa nicht von Populisten untergraben wird, erntet er langanhaltenden Applaus.
Auch Richard Kühnel wendet sich zunächst an die Anwesenden. Was bedeutet Europa? Kühnel wünscht sich, die restlichen Europäer mögen es anders handhaben als die Briten, die erst nach dem Referendum nachgelesen haben, was der Brexit genau für sie bedeutet. Europa, offene Grenzen, Frieden, gemeinsame Währung, was so selbstverständlich scheint, ist nicht in „Stein gemeißelt“.
„Europa vereinigt nicht Staaten, sondern Menschen“, sagt Kühnel. Und doch, immer mehr Menschen haben offenbar das Bedürfnis, nicht Teil einer großen Gemeinschaft zu sein, sehnen sich nach der kleinen heimeligen Nation. Europa bröckelt, es werden nicht mehr länger die gleichen Werte geteilt.
Der angekündigte Dialog fand in zwei verschiedenen Themengruppen statt. Im Themenraum eins konnte über die Rolle Europas in der Welt, Werte, Außenpolitik, Sicherheit und Migration diskutiert werden. Für etwa zweidrittel der Besucher war dieser Themenraum der Interessantere.
Im Themenraum zwei waren zwar weniger Besucher, die Diskussion war dennoch schwungvoll, die Fragen zu Wirtschaft und Soziales, Arbeit Binnenmarkt, Verbraucher - und Sozialstandards nicht weniger Fassettenreich. Die Lebensbedingungen wurden hinterfragt. Soziale Zusammenhänge, wenn Arbeitsplätze „weggefördert“ werden und die sozialen Folgen. „Wie schaffen wir es, dass aus Populisten konstruktiv mitarbeitende Mitmenschen werden?
Wie sieht die zukünftige Entwicklung in Europa aus? Polen, Ungarn, Österreich, Italien entfernen sich zusehends von der EU. „Haben sie einen Plan B?“ Nein, hat Richard Kühnel nicht. „Ich bin dafür, dass wir Plan A behalten. Die Menschen in Europa zusammenbringen.“ In einer Abschließenden Umfrage unter den Teilnehmern wurde eruiert, was diese sich von Europa wünschen. Mehr als die Hälfte der Abstimmenden votierte für „viel mehr gemeinsames Handeln“. Das dürfte dann auch im Sinne von Kühnel sein, der Europa nicht als Gegenpol zu anderen Nationen sieht. „Wir wollen ein Leuchtturm für unsere Werte sein“, sagt er.