Die ersten Sieben haben es geschafft, sie sind staatlich geprüfte Gesundheits-, Kranken- und Altenpflegende. Sie sind die ersten, die eine dreieinhalbjährige, generalistische Ausbildung durchlaufen und abgeschlossen haben. Damit können sie nun im Krankenhaus, wie auch in Altenpflegeeinrichtungen, arbeiten.
Was lange Jahre unterschiedliche Berufsausbildungen waren, die Gesundheits- und Krankenpflege und die Altenpflege, wurde zusammengelegt. 2020 ging die generalistische Pflegeausbildung an den Start, sie soll die Pflegeberufe attraktiver machen.

Bereits 2018 neuen Weg in der Pflege-Ausbildung gegangen

In der Havelland-Klinik Nauen war man etwas schneller und ging bereits 2018 mit den ersten Auszubildenden an den Start. Der sogenannte „Havelländer Weg“ machte die Havelland Kliniken zum Vorreiter für die neue Ausbildung. 24 Auszubildende wollten sich für die Alten- und Krankenpflege ausbilden lassen.
Doch nicht nur die Ausbildung ist neu, auch der Ort wechselte zwischendurch. Die Pflegenden von Morgen begannen ihre Ausbildung in Selbelang, bevor sie in das neue Gebäude nach Nauen ziehen konnten. Die ländliche Idylle mit Hühnern auf dem Hof tauschten sie gegen eine moderne Schule, mit Computer und Tabletts statt Büchern.

Zweidrittel der Azubis brach Ausbildung ab

In den dreieinhalb Jahren Ausbildung trennte sich zweidrittel der Anwärter für den Pflegeberuf von ihren Kollegen. Krankheit, Schwangerschaft oder ein anderer Berufswunsch verkleinerten die Gruppe von Schulleiterin Anja Rummler. Letzten Donnerstag konnten dann alle, die zur Prüfung zugelassen wurden, aufatmen. Die zwei Männer und fünf Frauen haben bestanden, ein weiterer Azubi konnte an der Prüfung nicht teilnehmen, wird sie aber nachholen.
Geschäftsführer Jörg Grigoleit freut sich nicht nur über die bestandenen staatlichen Prüfungen, er konnte auch alle ehemaligen Azubis im Hause halten und unter Vertrag nehmen. Von den sieben Anwesenden wird ein frisch gebackener Kranken- und Altenpfleger in die Altenpflege gehen, die anderen werden im Bereich der Klinik arbeiten. Urologie, Innere Medizin und Chirurgie können sich über neue Kollegen und Kolleginnen freuen.

Lobende Worte von Chef und Schulleiterin

Bei seiner Ansprache zur Feier des Tages findet der Klinik-Chef viele lobenden Worte für die Pflegekräfte im Hause. „Ich bewundere jeden Tag, was unsere Pflegekräfte leisten“, sagt er und fügt mit Blick auf die Pandemie hinzu: „Die Mitarbeiter haben übermenschliches geleistet, um diese Pandemie zu bewältigen.“
Schulleiterin Rummler wendet sich an ihre Ehemaligen und versichert: „Sie dürfen jetzt mit Stolz die Berufsbezeichnung tragen.“ In den nächsten Tagen dürfen sich die frisch gebackenen Pflegekräfte ausruhen, ab 1. April starten sie dann ins Berufsleben.
In der Pflegefachschule der Havelland Kliniken in Nauen drücken derzeit 158 Auszubildende die Schulbank. Das Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln rechnet mit mehr als 300.000 fehlenden Pflegekräften bis zum Jahr 2035 in der stationären Versorgung. Insgesamt könnte sich die Versorgungslücke auf bis zu einer halben Million fehlender Pflegefachkräfte vergrößern. Eine älter werdende Gesellschaft mit dem höheren Risiko einer Pflegebedürftigkeit wird zukünftig mehr Pflegekräfte benötigen.