Schon mal Probesitzen durften die Kinder und Jugendlichen der Jugendfeuerwehr am Dienstag in Schönwalde-Glien. Eines der Doppelstockfeldbetten stand dort zur Ansicht, mal raufhüpfen und Probeliegen ging auch. 29 weitere dieser Feldbetten sollen angeschafft werden. Eine Finanzspritze dafür brachte am Dienstag Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen (CDU) vorbei.

Fördermittel für 30 Doppelstock-Feldbetten

Zweimal im Jahr wird es so richtig aufregend für die Kinder und Jugendlichen der Jugendfeuerwehr Schönwalde-Glien. Dann dürfen die acht bis 16-Jährigen ins Camp. Raus in die Natur und dabei die Brandbekämpfung üben. Abends fiel der Nachwuchs dann mehr oder weniger weich auf die Luftmatratze. Damit ist es nun vorbei. 30 Doppelstockfeldbetten werden angeschafft, die Gesamtkosten liegen bei rund 8.600 Euro. Am Dienstag brachte Brandenburgs Innenminister Stübgen einen Fördermittelbescheid zur Feuerwache im Ortsteil Siedlung. Die Feldbetten werden mit rund 6.500 Euro gefördert, der Rest komme von der Gemeinde, sagt der Bürgermeister der Gemeinde, Bodo Oehme (CDU).

25 Prozent der Kinder nicht mehr in der Jugendfeuerwehr

107 Kinder und Jugendliche seien derzeit in den sieben Ortsteilen der Glien-Dörfer Schönwalde bei der Jugendfeuerwehr aktiv, sagt Gemeindejugendwart Christian Schröder. Durch die Pandemie sind es weniger geworden. „Wir hatten etwa 25 Prozent Verlust“, sagt Schröder, denn andere Aktivitäten wären früher möglich gewesen als die Treffen der Jugendfeuerwehr, begründet er dies.

Feuerwehr hat etwa 70 Einsätze im Jahr

Von den jungen Feuerwehrleuten bleiben zehn bis 15 Prozent auch als Erwachsene der Freiwilligen Feuerwehr treu. Das Ehrenamt Feuerwehr ist hochgeschätzt, die Wichtigkeit wird mit jedem Einsatz spürbar. In diesem Jahr rückten die Kameraden und Kameradinnen der Siedlung bereits zu 35 Einsätzen aus, berichtet Gemeindewehrführer Norbert Krumm. 70 Einsätze im Jahr sind der Durchschnitt. Krumm ist erleichtert, dass die großen Waldbrände in dieser Saison ausgeblieben sind. Gerüstet wäre man dafür. Die Waldbrandausrüstung wurde der neuen Gefahr entsprechend angepasst. Dass sie bisher nicht gebraucht wurde, bedauert hier niemand. Die Wetterlagen, auch da herrscht Einigkeit, dürften weiterhin für Überraschungen sorgen.

Freiwilliges Engagement gewürdigt

Den Fördermittelbescheid nahm Jugendwart Schröder vom Minister entgegen. Der Nachwuchs ist dabei, die Landtagsabgeordnete Barbara Richstein ebenso wie der Parlamentarische Staatssekretär Uwe Feiler (beide CDU). Minister Stübgen würdigt die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr und betont: „Wer seine Freizeit opfert, um Menschen zu helfen, sollte die bestmögliche Ausrüstung erhalten.“ Das gilt auch für das Engagement der Kinder, diese könnten in ihrer Freizeit auch baden gehen.

Liebenwalde

Bürgermeister hat eine Wunschliste für die Feuerwehr

Bürgermeister Oehme nutzt die Gunst der Stunde für ein kleine Wunschliste. Er verweist auf die zunehmenden heftigen Wetterereignisse, die weitere Anforderungen an die Ausstattung der Kameraden stellt. Verbunden damit stellt er die Frage, warum das Stellen von Fördermittelanträgen so kompliziert sei. Und er fragt an, ob der Minister die Kollegin aus dem Bildungsministerium überzeugen könnte, Brandschutz als Wahlpflichtfach an Schulen einzuführen? Als letztes merkt er an, dass es einen Rückstau bei den Qualifizierungen der Feuerwehrleute gäbe. Corona und zu wenig Ausbildungskapazitäten würden „zu einem verdammt schwierigen Stand“ führen, wie Oehme sagt.

Feuerwehr-Unterricht an Schulen im Modellprojekt

Stübgen sieht Corona als Hauptursache beim Ausbildungsrückstau. Er sagt, man erhalte mehr Anträge auf Fördermittel als Geld da sei, stellt in Aussicht, dass die Anträge vereinfacht werden. Brandschutz als Schulfach, das gebt es bereits. „Es gibt in Brandenburg zwölf Modell-Projekte in Schulen“, sagt er. Hier müsste die Gemeinde mit der Schule in Kontakt kommen. Was das angeht, zeigt Oehme sich optimistisch. In Nauen an der Arco-Oberschule gibt es beispielsweise das Wahlpflichtfach Feuerwehr.