„Filme, gedreht in Nauen und seinen Ortsteilen“ ist der Titel der elften Publikationen der „Nauener Heimatfreunde 1990 e.V.“, der frisch erschienen ist. Die Altstadt von Nauen ist seit Jahrzehnten eine attraktive Kulisse für Kino- und Fernsehfilme. So manche Ankündigung zu Straßensperrungen oder ähnlichen Behinderungen für das Stadtleben deuteten auf Dreharbeiten für Filme hin. Das Rätselraten unter der Bevölkerung - „Welcher Film wird gedreht? Welche Schauspieler sind in der Stadt? Übernachten sie hier?“ – ist immer ähnlich.

Dreharbeiten oft geheim und gut abgeschirmt

Grund dafür sind die Geheimhaltungen, die die Dreharbeiten umgeben. Plätze und Straßen werden durch private Sicherheitsfirmen abgeschirmt, jeder Interessent, der sich mit einer Kamera vor dem Bauch oder mit einem Handy nähert, wird vom Drehort ferngehalten. Besonders unbeliebt bei der Filmcrew sind Pressemitarbeiter, denn das Entstehen des Filmes und sein Inhalt muss geheim gehalten werden.

Homeland Staffel 5 entstand zum Teil in Nauen

2015 konnten die Nauener Bürger diese Situation hautnah erleben. Ein großes Geheimnis schien über der Filmcrew und ihrer Arbeit auf dem Martin-Luther-Platz in Nauen zu liegen. Schon eine Woche vorher wurde in den Medien angekündigt, dass mehrere Straßen um den Platz vom 19. Juli, 18 Uhr bis 20. Juli, 22 Uhr für den Fahrzeugverkehr gesperrt werden und auf dem großen Parkplatz neben dem Finanzamt Halteverbot bestehe.
Recherchierte man im Internet, stieß man auf die Seite der amerikanischen Fernsehserie „Homeland“. Die Staffel 5 wurde „nur“ in Berlin gedreht und an geheim gehaltenen Orten in der Umgebung der Hauptstadt. Nauen war so ein Ort.

Ältester „Nauener“ Film von 1927

Im Heft 11 der Nauener Heimathefte werden die Titel von 35 Filmen genannt. Alle genannten Filme ausführlich zu beschreiben, würde den Rahmen der vorliegenden Broschüre sprengen. Der älteste aufgeführte Film stammt aus dem Jahr 1927 – „Orientexpress“ mit Lil Dagover und Heinrich George. Er wurde in Nauen in der Brieselanger Straße gedreht. Die jüngste Produktion aus dem Jahr 2020 ist die dreiteilige ZDF-Serie „Unterleuten“ nach dem gleichnamigen Roman von Julie Zeh. Drehort war u.a. der Ortsteil Neugarten/Röthehof.

Auch Gojko Mitic und Harald Juhnke drehten in Nauen

Zwischen diesen Filmen werden im Heimatheft u.a. die Filme „Jacob der Lügner“ (1974, Drehort Nauen, Goethestraße mit Erwin Geschonnek), „Archiv des Todes“ (1980 Drehort Tietzow mit Gojko Mitic), „Der Trinker“ (1995, Drehort Nauen, Goethestraße mit Harald Juhnke), „Unterm Birnbaum“ (2008 Drehort Ribbeck mit Ottfried Fischer) beschrieben.
Das Heimatheft wird zu einem Preis von 11 Euro in der Theodor-Körner-Buchhandlung sowie im „Richart-Hof“ in der Nauener Gartenstraße verkauft.