Bürgermeister, Amtsdirektoren, Ortsvorsteher und die Freiwilligen Feuerwehren waren zurAuftaktveranstaltung nach Ribbeck eingeladen, um ihnen Einzelheiten des Projekts vorzustellen und weitere Mitstreiter zu gewinnen. Auch Landrat Roger Lewandowski war unter den Gästen und frischte gleich seine Erste-Hilfe-Kenntnisse auf
Die Auslöser für einen lebensbedrohlichen Zustand könnten sehr verschieden sein, heißt es von Seiten der Klinikgruppe. Und treffen könne es quasi jeden: Stress, belastende Wetterlagen oder ein Unfall – in der Konsequenz können bei Menschen Herz- und Kreislauf versagen. Dann brauchen sie schnell und zielgerichtet Hilfe. Wird das Gehirn nicht oder nur unzureichend mit Sauerstoff versorgt, tritt bereits nach wenigen Minuten eine bleibende Schädigung ein. Mit jeder weiteren Minute, die ungenutzt vergeht, sinken die Überlebenschancen des Betroffenen.
Gegenwärtig trauen sich zu wenige Menschen, in einer solchen Situation aktiv Hilfe zu leisten. Aus Sorge, selbst etwas falsch zu machen, alarmieren sie den Rettungsdienst und warten auf dessen Eintreffen. Doch nichts zu tun, ist der größte Fehler. Es müssen daher mehr Menschen befähigt werden, sach- und fachgerechte Erste Hilfe einzuleiten, bis die professionellen Retter übernehmen können.
Das Projekt Frist Responder hat sich bereits in anderen Ländern, Städten und Landkreisen bewährt. Dabei werden Freiwillige in Techniken der Wiederbelebung geschult und in die Nutzung eines vollautomatischen Defibrillators eingewiesen. Sofern die Teilnehmenden die Abschlussprüfung bestehen, sind sie als Sanitätshelfer qualifiziert und können damit als First Responder zum Einsatz kommen. Wird in der Notfall-Leitstelle ein Reanimationsfall gemeldet, werden zusätzlich zum Rettungsdienst die First Responder alarmiert, um in der Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes bereits Erste Hilfe zu leisten.
Auch im Landkreis Havelland ist der schrittweise Aufbau eines flächendeckenden First Responder Netzwerks sinnvoll. Eine Kerntruppe aus Freiwilliger Feuerwehr, Katastrophenschutz, Rettungsdienst, Hilfsorga-nisationen und Havelland-Kliniken möchte dieses Netzwerk im Landkreis etablieren. Das Amt Friesack und die dortige Freiwillige Feuerwehr haben sich bereit erklärt, das Projekt in ihrer Region zu starten. Die entsprechend geschulten First Responder werden ab 2020 zusätzlich bei regionalen Reani-mationsfällen alarmiert.
Ausgestattet werden die First Responder mit einem Notfallrucksack und einem Defibrillator. Dies ist ein medizinisches Gerät, mit dem durch gezielte Stromstöße z.B. Herzrhythmusstörungen (Defibrillationen) beendet werden können."So können wir erste Erfahrungen sammeln und das Modell First Responder Havelland den speziellen regionalen Erfordernissen anpassen" beschrieb Dr. Petra Wilke, Geschäftsführerin der Rettungsdienst Havelland GmbH, den Projekteinstieg.