Das Ketziner Feuerwehrgebäude wird 110 Jahre alt, aber die Technik ist auf dem Stand von heute und passt nicht mehr in das ehrwürdige Gemäuer. Die Fahrzeuge sind schlichtweg zu groß dafür, die Kameraden müssen sich bei Einsätzen direkt hinter den Fahrzeugen umziehen und es mangelt an Sanitärräumen. Eine Situation, die sich Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen (CDU) am Montag vor Ort von Bürgermeister Bernd Lück (FDP) und Stadtbrandmeister Steffen Vogeler bis ins Detail erläutern ließ.

Neubau scheiterte an knapper Stadtkasse

Der Neubau einer Fahrzeughalle sei in den letzten Jahren immer wieder an der finanziellen Situation der Stadt gescheitert, sagte Lück. Deshalb war die Freude bei allen Anwesenden groß, als der Innenminister persönlich einen Fördermittelbescheid über 830.000 Euro übergab. Mit diesem Investitionszuschuss kann die Gesamtsituation für die ehrenamtlich wirkenden Kameraden der Ketziner Freiwilligen Feuerwehr schrittweise den Anforderungen angepasst werden.

Bauantrag für neue Fahrzeughalle soll noch 2021 gestellt werden

Das ist ein Investitionspaket von immerhin knapp drei Millionen Euro. Noch in diesem Jahr soll der Bauantrag für die neue Fahrzeughalle an der Feldstraße eingereicht werden (2.350.000 Euro). Noch 2022 könnten darin die modernen Fahrzeuge der Ketziner Wehr eingestellt werden. Damit wird in der jetzigen Fahrzeughalle Platz für die dringend benötigten Umkleide- und Sanitärräume (283.000 Euro). Bereits im Bau ist der multifunktionale Saal (276.000 Euro) mit Platz für 82 Personen, der künftig auch von Ketziner Vereinen genutzt werden kann. Der jetzige Schulungsraum wird gleichzeitig zur Befehlsstelle und zum Büro des Ortswehrführers umgebaut.

Stübgen spricht Feuerwehrleuten seine Anerkennung aus

Beim Rundgang durch die beengten Fahrzeughallen blieb es dem Innenminister nicht erspart, über die Anhängevorrichtung des Bootes zur Wasserrettung steigen zu müssen. Es ist für die Halle zu lang, steht deshalb leicht quer und mit dem letzten Zentimeter in der Torecke.
„Respekt und Dankbarkeit auch im Namen der Landesregierung möchte ich ihnen für ihre ehrenamtliche Arbeit ausdrücken“, sagte Stübgen beim Rundgang. Sie würden in ihrer Freizeit lernen, trainieren und Leben retten, da sei es die Aufgabe der Landesregierung, dass sie für ihre ehrenamtliche Arbeit auch gut ausgerüstet seien. In Ketzin/Havel gibt es dabei einigen Nachholbedarf, wie in der Fahrzeughalle deutlich wurde.

Für weitere Umbau mehr Landesmittel nötig

Dank der Fördermittel kann 2022 die neue Halle gebaut werden, auch wenn weniger als die beantragten 910.000 Euro bewilligt wurden. Allerdings sind für den zweiten Bauabschnitt, dem Umbau der jetzigen Fahrzeughalle zu Umkleide- und Sanitärräumen, weitere Landesmittel notwendig, darauf machte Lück aufmerksam. Zur finanziellen Situation des Landes erwähnte der Innenmister, dass es gegenwärtig „schlichtweg eine schwierige Einnahmesituation“ gäbe, aber die Steuereinnahmen würden über den Schätzungen liegen.
Bei den notwendigen Finanzierungen für die Sicherheit, die Polizei und auch für den Brand- und Katastrophenschutz werde nicht gespart, versicherte der Innenminister. Das könnte der Bürgermeister durchaus als Hinweis werten, dass ein Fördermittelantrag jedenfalls nicht aussichtslos sein würde.