"Schnell sah er viel besser aus. Das Fell glänzte, Maxi war ein Bild von einem Fuchs", sagt Krause. Allerdings blieb die Schwierigkeit beim Kauen dem Tier erhalten. Der Fuchs hatte schon bald feste Fütterungszeiten und kam auch schon mal zwischendurch, setzte sich auf die Rasenfläche vor dem Haus. Wenn eine der ebenfalls dort wohnenden Katzen kam, suchte Maxi das Weite. "Schon bald war Maxi in der ganzen Nachbarschaft bekannt. Alle mochten ihn", sagt sie und hat doch daran Zweifel, denn das Tier ist nun tot. Eventuell wurde es das Opfer eines Fallenstellers.
Das leidvolle Elend des Fuchses begann am Gründonnerstag, also kurz vor Ostern. Maxi kam, doch etwas war anders. Der rechte Hinterlauf fehlte, Fetzen von Fell und zerstörtem Gewebe konnte Krause sehen, die entsetzt um Hilfe telefonierte: Feuerwehr, das Tierheim in Falkensee, Wildtiernothilfe. Schließlich landet sie bei einem Jäger*, doch kaum, dass dieser vor Ort ist, verschwindet Maxi. Es sind noch einige Versuche des herbeigeholten Jägers notwendig, um Maxi aufzuspüren.
Schließlich kann der Jäger den Fuchs auf Krauses Grundstück stellen und mit einem Schuss erlösen. Als der Jäger das Tier untersucht, stellt er fest, dass die schwere Verletzung wahrscheinlich von einem sogenannten Tellereisen oder einer Schlinge stammt. Er hält aber auch einen Unfall, zum Beispiel, dass der Fuchs sich in einem Zaun verhedderte, für möglich.
Historische Jagdwaffen dürfen gekauft, aber nicht benutzt werden
Im Internet gibt es eine beachtliche Auswahl an Tellereisen, man kann sie ab etwa 40 Euro erwerben. Was nicht jeder Anbieter auf dem ersten Blick verrät: Die Anwendung dieser Fallen ist EU-weit seit 1995 verboten, denn sie können die Tiere schwer verletzen. Fanggeräte zur Jagt dürfen Tiere nur unversehrt fangen oder sie müssen sie sofort töten. Das schreibt der Gesetzgeber so vor.
Da stellt sich die Frage, wieso solche Fanggeräte dann überhaupt noch käuflich zu erwerben sind. Das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz in Brandenburg sagt dazu, dass diese historischen Fanggeräte zu DDR-Zeiten noch im Gebrauch waren. Das Tellereisen darf hergestellt und verkauft werden und zu "dekorativen Zwecken" ins Regal gestellt werden. Anders sieht es bei Schlingen aus.
Belohnung für sachdienliche
Hinweise ausgesetzt
Krause sagt, Maxi lief nie weit, weil er wusste wo es Nahrung gibt. Ihr Grundstück grenzt an eine Wiese und zwei verwilderte Grundstücke sind nicht weit entfernt. Dass das Füttern von Wildtieren grundsätzlich keine gute Idee, ja sogar verboten ist, weiß Krause sehr wohl. Sie ist seit vielen Jahren im Tierschutz aktiv. Hätte Maxi nicht diese Form der Unterstützung gebraucht, sagt Krause, hätte sie diese auch nicht gewährt. Der Fuchs gehörte irgendwann zur Familie und er blieb in der Nachbarschaft, hatte hier sein Revier.
Die Tierschützerin sorgt sich, dass Maxi nicht das einzige Opfer eines eventuellen Fallenstellers sein könnte. Denn sollte Maxi in eine solche Falle geraten sein, dann könnte dies, so fürchtet Krause, auch anderen Tieren passieren. Sie will nicht, dass noch mehr Tiere leiden müssen, sollte hier tatsächlich ein Fallensteller am Werk sein und hat Strafanzeige bei der Polizei erstattet. Außerdem sie hat eine Belohnung ausgesetzt für Hinweise, die zu einer gesicherten Ermittlung des mutmaßlichen Fallenstellers führen, lobt sie 1.000 Euro aus. "Ich will, dass Maxi nicht vergessen wird. Und wer auch immer das war, er soll anderen Tieren nicht etwas Ähnliches antun können", sagt sie.
Hinweise, die zur Aufklärung des Falles führen, nimmt jede Polizeidienststelle entgegen. Ein Online-Hinweisformular gibt es auf polbb.eu/hinweis.
*Die Namen von Frau Krause und dem Jäger sind der Redaktion bekannt, sie möchten jedoch nicht öffentlich genannt werden.