"Die Namen wurden aber nie dokumentiert", erzählte die Vorsitzende des Heimatvereins Rita Jung an der Kriegsgrabanlage. Die heute 86-jährige Groß Behnitzerin und Zeitzeugin RuthPerske habe ihr erzählt, dass ihre Mutter damals von Gärtner Poppe den Auftrag erhalten habe, diese Gräber mit Stiefmütterchen zu bepflanzen. 1987 habe die damalige Pfarrerin Astrid Manke den Gedenkstein mit der Aufschrift "Zum Gedenken an die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges und an alle, die in diesem Kriege zu Tode kamen. Christus hat dem Tod die Macht genommen" aufstellen lassen, informierte Rita Jung.
Allerdings ohne damals die Namen der 16 Gefallenen dokumentieren zu können. Dieser Aufgabe widmete sich der Heimatverein und im Jahre 2013 konnte er mit Unterstützung der Stadt und des Landkreises sowie von Stefan Lindemann aus Klein Behnitz eine Tafel mit den Namen von acht Soldaten anfertigen lassen, die der Heimatverein in aufwändiger Recherche ermitteln konnte.Die weiteren Namen sind bis heute unbekannt.
"Heimatpflege und Heimatkunde ist eine wichtige Aufgabe des Heimatvereins Behnitz e.V. Die Mitglieder sehen die Pflege der Kriegsgrabanlage als ihre Verpflichtung an und wollen ihr so ein dauerhaft würdiges Aussehen verleihen", sagte sie am Montag vor Ort. An diesem Tage gestaltete Gärtnerin Ines Arndt aus Königshorst auf Initiative des Heimatvereins die kleine Fläche mit einer entsprechenden Bepflanzung neu. "Nach dieser Bepflanzung werden jeden Monat zwei Mitglieder des Heimatvereins die Anlage pflegen" sagte Rita Jung.
Die gefallenen Sowjetsoldaten sind laut Ortschronik auf einem Ehrenfriedhof vor der Groß Behnitzer Gaststätte Schilling beigesetzt und später auf den Ehrenfriedhof an der Berliner Straße nach Nauen umgebettet worden.
Mit einer Blumenschale und Blumengebinde gedachten am 8. Mai die Mitglieder des Heimatvereins an der Kriegsgrabanlage der Opfer und des Endes des Zweiten Weltkrieges vor 75 Jahren. Dazu läuteten um 12 Uhr die Glocken des Gotteshauses. Am kommenden Volkstrauertag werde traditionsgemäß wieder gemeinsam mit der Kirchengemeinde nach dem Gottesdienst am Gedenkort ein Blumengebinde niedergelegt und in einer Trauerminute der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht, sagte die Vereinsvorsitzende.