In der Hauptausschusssitzung vor einer guten Woche hatten Bürgermeister Ralf Heimann (Freie Wähler) und Bauamtsleiter Uwe Gramsch die Idee erstmals präsentiert. Wie auch in dieser Sitzung zeigten sich die Gemeindevertreter durchaus angetan von der Idee eines alternativen Standortes, hatten allerdings auch einige Bedenken. Vor allem die Verschlechterung des Platzangebotes für Grün-Weiss Brieselang, der eventuelle Abriss und Neubau des Vereinsheims sowie Lärmbelastung und Verschattung für Anwohner wurden angesprochen. Vorteile des Baus auf dem Sportplatzgelände könnten in der Zeit- und Geldersparnis liegen - es muss nicht in mehreren Bauabschnitten gebaut werden - und im größeren Platzangebot für die Grundschüler, die sich dann nicht mehr mit den Gesamtschülern den Hof teilen müssten. Zudem könnte das alte Oberschulgebäude einer neuen Nutzung zugeführt werden.
Auch in der Einwohnerfragestunde äußerten sich sowohl Anwohner als auch Vereinsvertreter kritisch zur Idee. Vereinsmitglieder betonten, dass der Verein unbedingt in die Planung eingebunden werden möchte und auch jetzt eigentlich schon mehr Flächen benötigt. Hier kam dann der Vorschlag der Fraktion Bürger für Brieselang (BfB) ins Spiel. So beantrage der Fraktionsvorsitzende Christian Achilles, die Beschlussvorlage zu ergänzen und neben der Variante des Bürgermeisters auch zu überprüfen, ob der Bau der Gesamtschule auf dem kompletten Sportplatzgelände bei einer gleichzeitigen Verlagerung des Sportplatzes an einen anderen Standort in der Gemeinde und der Erhaltung des erst zehn Jahre alten Vereinsheimes möglich wäre. Dieser geänderte Beschlussantrag wurde schließlich mit 18 Ja- zu zwei Nein-Stimmen mehrheitlich angenommen.
Zuvor hatten sich alle Fraktionen auf eine Grundsatzentscheidung zum Thema Gesamtschulneubau verständigt. Waren im Februar noch zwei Anträge zum Thema mit Patt-Situationen abgelehnt worden, herrscht nun ein grundsätzlicher Konsens unter den Gemeindevertretern zur Gesamtschule. Man habe die Corona-Zeit dazu genutzt, im Hintergrund zu einer Einigung zu kommen, hieß es dazu. Enthalten ist im Beschluss unter anderem eine Kostenobergrenze von 27 Millionen Euro und die Aufforderung, Einsparpotenziale Auszuloten.