Franziska Toth, tätig im Brieselanger Gemeindearchiv, sammelt derzeit Fotos von alten Lauben. Was sich merkwürdig anhört, hat mit der Brieselanger Siedlungsgeschichte zu tun. Als vergleichsweise junge Gemeinde - die ernsthafte Besiedlung begann erst um 1920 - begann hier tatsächlich für viele Neu-Brieselanger das Leben zunächst mit einer Laube.

Drei verschiedene Lauben für neu gekaufte Grundstücke

Brieselang als Name für eine Landschaft bereits seit 1315 bekannt, wie man der Webseite der Gemeinde entnehmen kann. Doch erst mit dem Ersten Weltkrieg und der dadurch in den Städten ausgelösten Not der Bevölkerung und der Besiedlung von Ödland wurde Brieselang als Ort „erschaffen“.
Die neuen Siedler begannen ihre Zeit in Brieselang oftmals mit der Errichtung einer Laube oder eines Schuppens, um Geräte für die Bewirtschaftung des Gartens unterzubringen, um den Bau des Hauses vorzubereiten oder tatsächlich vorübergehend dort zu wohnen. Diese Lauben waren sogar normiert. Wie Archivarin Franziska Toth berichtet, gab es drei verschiedene Laubentypen: Typ I mit einer Größe von knapp 30 Quadratmetern (qm), Typ II mit 14 qm und schließlich den kleinsten Typ III mit 8,5 qm.
Die Typenzeichnungen konnten die Siedler im Gemeindebüro kaufen. Diese wurden anschließend zusammen mit dem Bauantrag eingereicht. Auf dem Formular musste auch der Standort der Laube auf dem Grundstück eingezeichnet werden.

Fotos von existierenden Lauben gesucht

Franziska Toth vermutet, dass auf dem ein oder anderen Grundstück in Brieselang noch solche Lauben oder Schuppen existieren könnten und fragt daher nach Fotos für das Gemeindearchiv. „Anhand der Typenzeichnungen können Interessierte gern nachvollziehen, um welchen Typ es sich handelt“, so Toth.
Wer dem Gemeindearchiv davon ein Foto zur Verfügung stellen möchte, kann dies via E-Mail an archiv@gemeindebrieselang.de senden oder postalisch zu Händen des Gemeindearchivs übermitteln.