Von einer Brieselanger Bürgerin wurden dem Gemeindearchiv 15 Original Kirmes-Festschriften aus den Jahren 1924 bis 1939 übergeben. Die Herausgabe der Festschriften zur alljährlichen Kirmes in Brieselang startete im Jahr 1924 mit der vierten Ausgabe der Brieselanger Kirmes. Viele Siedler stammten aus Süddeutschland und dem Elsass, daher kommt die Idee eine in unseren Breiten eher unbekannte Kirmes statt eines Erntefestes zu feiern. Franziska Toth, Archivarin der Gemeinde Brieselang, hat zu den Festschriften recherchiert.

Erste Ausgabe zur vierten Kirmes

Im Vorwort der ersten Ausgabe schreibt Konrad Fischer dazu: „Unter dem Titel ,Unser Brieselang‘ übergebe ich hiermit den Brieselanger Siedlern und deren zahlreichen Freunden eine Festschrift zur 4. Kirmes. Diese Schrift soll ein Heimatsblatt im wahrsten Sinne des Wortes sein und soll ein Bild abgeben von dem Werden unserer Siedlung. Wenn in späteren Jahren der Gründungszeit dieses Ortes Brieselang gedacht wird, dürfte es von Interesse sein, dieser ersten Festschrift zu begegnen, in der versucht wurde, das Hauptsächlichste aus diesen Brieselanger Kinderjahren wiederzugeben. Der Inhalt ist unpolitisch. Der vielseitig geäußerte Wunsch, die Druckschrift ,Unser Brieselang‘ allmonatlich erscheinen zu lassen, um hierdurch ein fortlaufendes Bild von der Entwicklung Brieselangs zu geben, hängt von der Aufnahme dieses ersten Versuchs ab. Im August 1924.“

Viel über die Entwicklung des Ortes zu erfahren

In den Festschriften ist tatsächlich viel über die Entwicklung des Ortes zu erfahren, in jeder neuen Ausgabe wird auf das vergangene Jahr zurückgeblickt und die wichtigsten Ereignisse genannt. Daneben gibt es Werbeanzeigen von Firmen aus Brieselang und der Umgebung, aber auch immer wiederkehrende Rubriken wie „Allerlei Örtliches und Wichtiges“ mit Standesamtsnachrichten, den Namen der Gemeindevertreter und der Viehzählung. Ab den 1930er Jahren ist die deutliche Abkehr vom „Unpolitischen“ zu spüren und nachzulesen.

Ergänzung des Archivs

„Die überreichten Ausgaben sind eine wertvolle Ergänzung zu den bereits vereinzelt im Archiv vorhandenen Festschriften. Leider werden zu häufig wertvolle Nachlässe oder andere Überlieferungen entsorgt. Auf den ersten Blick scheinen sie nicht besonders wertvoll und/oder interessant zu sein. Jedoch könnten sie Informationen enthalten, die den Eigentümern so nicht bekannt waren. Wie viele historische Gegenstände jährlich tatsächlich im Müll landen, ist unklar. Fakt ist: Mit ihnen geht auch ein Stück Geschichte verloren“, betont Franziska Toth.

Schenkung besser als Wegwerfen

Eine weitaus sinnvollere Alternative ist eine Schenkung an das Gemeindearchiv. Wer sich nicht sicher ist, ob die Stücke tatsächlich einen historischen Wert haben, kann sich kostenlos im Archiv beraten lassen beziehungsweise eine Expertise einholen. Archive und Nachlässe können zudem im Gemeindearchiv sicher und sachgerecht aufbewahrt werden. So kann ein wichtiger Beitrag zur Ortsgeschichte geleistet werden.