Da lümmelt eine Strohpuppenfamilie auf ihrer Sitzgruppe, natürlich aus Strohballen, andere pflügen, fahren einen kleinen alten Traktor oder sie bedient im eigenen Hofladen. Eine lange Reihe Kürbisse wies den Weg zum Festplatz. Dort standen sie dann aufgereiht, vom geschmückten Kleintraktor bis zum mehrere Meter hohen modernsten Erntefahrzeug und derartig bunt mit Blumen, Garten- und Feldfrüchten geschmückt, als ob es keine Trockenheit gegeben hätte. Und weil angesichts des fantastischen bunten Bildes das am originellsten dekorierte Gefährt schwierig zu küren ist, übernehmen das die Etziner selbst, per schriftlichem Votum. Auch das ist Tradition beim Etziner Erntefest. Achim Braun fährt sichtlich stolz seinen Traktor mit der großen Erntekrone. Die haben die Frauen des Dorfes mit den vier Getreidearten Hafer, Gerste, Weizen und Roggen so in rund 100 Stunden Handarbeit geflochten. „Freunde von Achim Braun nennen wir uns“, meinte Giesela Roß und reichte zwischen all der floralen Dekoration den Umstehenden ein Gläschen Marmelade herunter, natürlich Eigenproduktion. Marga Braun spendiert dazu das Pflaumenmus.
Große  Freude dann am späten Nachmittag. Sie haben es wieder einmal geschafft, den ersten Platz im Wettbewerb um den schönsten Erntewagen zu belegen. Mit nur einigen Stimmen weniger schaffte Christians Rasselbande mit Hänsel und Gretel den zweiten Platz. Beide hatten heftige Konkurrenz. Der Wagen der Jugendfeuerwehr kam auf den dritten Platz. Eine Erntekönigin hatte Etzin nicht. Aber mittendrin Ketzins Fischerkönigin Lisa-Marie Zessin, die gemeinsam mit Bürgermeister Bernd Lück und Ortsvorsteherin Nicole Fritz das Fest eröffnet hatte. „Ihre schön geschmückten Wagen sehen jedes Jahr toller aus“, lobte sie die Dorfgemeinschaft. Die feierte gut gelaunt bis in die späten Abendstunden.