Von der Lippes erster Besuch galt der Regionalgruppe der Frauenbrücke Ost-West. Marlies Wutta, Astrid Schmidt, Waltraud Köster und Margarete Pfitzer gaeben hier Einblick in ihre frauenpolitische, ehrenamtliche Tätigkeit. Die Frauen treffen sich regelmäßig, alle zwei Wochen. „Wir wollen diese Stadt Frauenpolitisch bewegen“, sagte Waltraud Köster. Dazu planen sie regelmäßige Foren und Treffen, reisen durch das Land, auch ins benachbarte Ausland. In Falkensee beteiligen sie sich an frauenpolitischen Veranstaltungen, im Besonderen aber auch auf Stadtfesten und dem Weihnachtsmarkt am Anger sind sie zugegen. Der kürzlich auf dem Campusplatz abgehaltene Frauenmarkt war ihre Idee, hierfür hätten sie finanzielle Unterstützung durch die Partnerschaft für Demokratie erhalten, wie Manuela Dörnenburg sagt. Für den Herbst haben die Frauen weitere Pläne und wollen die politischen Diskussionen in Falkensee bereichern.
Die Frauenbrücke Ost-West wurde 1992 gegründet und die Mission Brückenbau ist noch lange nicht beendet. Bei der Gründung stand zunächst das Verhältnis zwischen Frauen aus den alten und neuen Bundesländern im Mittelpunkt. Unter dem Motto: Miteinander, nicht übereinander reden, sollten Klischees ausgeräumt und Vorurteile abgebaut werden. Statt gegen einander, miteinander. Der Gedanke trägt bis heute.
„Nach 26 Jahren hat sich unser Blickwinkel erweitert“, erklärt Wutta. Der Brückenschlag wird weiter, die Frauen haben Kontakte zu Flüchtlingsfrauen aufgebaut und sind mit Frauen in anderen Staaten vernetzt. „Wir fühlen uns dem europäischen Gedanken verpflichtet.“ Wutta sagt auch, noch immer gebe es diese Klischees zwischen Ost und West, die Arbeit sei hier noch lange nicht erledigt. „Wenn ich Sätze höre, wie im Osten sind alle ausländerfeindlich. Da geht mir schon die Hutschnur hoch.“ Dann wird diskutiert, sachlich, freundlich, auf Augenhöhe. Denn auch das schätzt Wutta an der Frauenbrücke. Die Mitstreiterinnen kommen aus allen Regionen Deutschlands und allen sozialen Schichten.
„Und was brauchen sie für ihre Arbeit“, will von der Lippe wissen. Geld, sicher, aber auch die Präsenz der Landesgleichstellungsbeauftragten, würden die Frauen sich wünschen, gerade bei Veranstaltungen. Engere Kommunikation und Partnerschaft als weitere Pfeiler für neue Brücken.
Nach dem Treffen mit den Frauen der Frauenbrücke besuchten die Gleichstellungsbeauftragten die Bio-Freunde(innen) in Falkensee. Hier erkundigte sich von der Lippe nach der Situation der Unternehmerinnen in Brandenburg. In der Stadtbibliothek überreichte sie eine Büchertasche mit geschlechtersensibler Kinder- und Jugendliteratur. Abschließend ging es zur Willkommensinitiative in die Räume der Bahnhofstraße 80. Hier suchte von der Lippe das Gespräch mit geflüchteten Frauen.
Die Gleichstellungsbeauftragte des Landes Brandenburg wird vom Kabinett berufen. Sie arbeitet unabhängig. Ihre Stabsstelle gehört dem Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie an. Monika von der Lippe bekleidet dieses Amt seit dem 1. September 2015.