Einer der Gründe, warum die Grippesaison 2017/18 so heftig ausfiel, war auch, dass damals standardmäßig nur eine Impfung gegen die drei wahrscheinlichsten Grippe-Erreger von den Krankenkassen übernommen wurde, die Grippewelle aber von einem viertem Stamm verursacht wurde. Der Vierfachimpfstoff, der diesen mit abgedeckt hätte, musste von den Patienten selbst bezahlt werden. Nach diesem Grippejahr wurden die Vorgaben geändert. Mittlerweile ist der Vierfachimpfstoff Kassenleistung und wird standardmäßig geimpft.
Laut RKI, wo auch die STIKO, die ständige Impfkommission ihren Sitz hat, sind die Monate Oktober und November die günstigsten, um sich gegen Grippe schützen zu lassen. Impfen lassen sollten sich laut RKI Senioren, Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel, Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit einer erhöhten gesundheitlichen Gefährdung durch ein Grundleiden, wie chronische Erkrankungen der Atmungsorgane, Herz- und Kreislauferkrankungen, Leber- und Nierenerkrankungen, Stoffwechselerkrankungen, Multiple Sklerose, angeborene oder erworbene Störungen des Immunsystems, sowie Mitarbeiter und Bewohner von Alten- oder Pflegeheimen und medizinisches Personal, sowie Menschen, die in Bereichen mit umfangreichem Publikumsverkehr arbeiten.
Um die Impfbereitschaft bei den Mitarbeitern zu erhöhen, dachte sich eine Klinik in Münster etwas Besonderes aus. Mitarbeiter, die sich impfen ließen, erhielten einen Gutschein für eine Portion Pommes in der Cafeteria. Teams mit einer 100 prozentigen Impfquote wurde ein gemeinsames Frühstück spendiert. Der Erfolg: Die allgemeine Impfbereitschaft verdoppelte sich. Die Klinikleitung nutzte diese Form der "Impferinnerung" auf Grund der Erfahrungen der letzten Grippesaison. Die Grippe hatte auch in dem Krankenhaus in Münster zu einem hohen Krankenstand geführt.
Neben der Impfung bieten auch hygienische Maßnahmen einen Schutz vor Ansteckung. Die Grippe ist eine Tröpfcheninfektion, das heißt, kleinste Tröpfchen, wie sie beim Niesen, Husten oder Sprechen in die Luft gelangen, können von anderen Menschen eingeatmet werden und zur Infektion führen. Regelmäßiges Händewaschen ist unerlässlich. Haltegriffe, Treppengeländer, Türklinken, Gegenstände, die häufig von wechselnden Personen genutzt werden, wenn möglich meiden, auf jeden Fall häufiger reinigen und Hände nach Gebrauch waschen. Im Büro können hierzu auch die Tastaturen des Computers oder ein gemeinsam genutztes Telefon gehören.
Wenn die Grippe dann doch ihr Opfer gefunden hat, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Behandelt werden meist die einzelnen Beschwerden, Antibiotika sind bei einer Grippe wirkungslos. Die Influenza wird durch Viren verursacht, ein Antibiotikum kommt nur zum Einsatz, wenn ein bakterielles Problem hinzukommt. Den Anweisungen des Arztes sollte man folgen, Ruhe halten, und den Kontakt zu anderen Menschen meiden. Also nicht zur Arbeit schleppen und dort noch die Kollegen anstecken. Vielleicht sollte es für Mitarbeiter, die dies beherzigen, auch eine Portion Pommes geben.