Insgesamt 46 Wasserproben aus privat genutzten Brunnen wurden untersucht. Der VSR-Gewässerschutz fand bei den Untersuchungen 184 Milligramm Nitrat pro Liter in einem privat genutzten Brunnen in Paulinenaue. Weiter mit Nitraten stark verschmutzte Brunnen stellten die Umweltschützer in Nauen mit 86 Milligramm (mg/l) und in Utershorst mit 54 mg/l fest. Wegen der Überschreitung des Grenzwertes der Trinkwasserverordnung ist dieses Wasser nicht mehr zum Trinken geeignet.
Gülzow weist ausdrücklich darauf hin, dass derartig belastetes Wasser auch nicht zum Befüllen von Fischteichen genutzt werden sollte. Es bestehe die Gefahr, dass es zur Massenvermehrung von Algen kommt. „Abgestorbene Pflanzen können abschließend zu Fischsterben führen“, warnte er und merkte an, dass nitratbelastetes Wasser beim Bewässern zu einer zusätzlichen Düngung führt. Diese müsse in die Berechnung über den Stickstoffbedarf einbezogen werden. Nur so könne eine Überdüngung und eine Nitratanreicherung im Gemüse verhindert werden.
Grund für die hohen Belastungen sei nach Gülzows Meinung die intensive Landwirtschaft. Er plädiert für eine Erweiterung des ökologischen Landbaus. Hier gäbe es strengere Düngevorschriften und es werde auf den Einsatz von chemisch-synthetischem Stickstoffdünger verzichtet. Nach seiner Einschätzung würden viele ökologische Betriebe gern wachsen, bekämen aber keine weiteren landwirtschaftlichen Flächen. Landkreise, Gemeinden und Kirchengemeinden könnten durch die Verpachtung landwirtschaftlicher Flächen diese Betriebe unterstützen, meinte der Pressesprecher des VSR.
Der 1981 gegründete VSR-Gewässerschutz e.V. engagiert sich für den Schutz des Grund- und Oberflächenwassers vor Verunreinigen.