Ein Riesendefizit in Höhe von 1,36 Millionen Euro weist die städtische Finanzplanung für das laufende Jahr aus. Nicht rosig, aber auch nicht aussichtslos, so beschrieb Bürgermeister Bernd Lück am Montag im Hauptausschuss die gegenwärtige Ketziner Finanzsituation. Trotzdem gelingt es erneut, einen ausgeglichenen Haushalt für 2021 vorzulegen – durch Entnahme dieser Defizit-Summe aus der Rücklage.

Geringere Schlüsselzuweisung und hohe Kreisumlage

In ähnlicher Höhe ist das allerdings im nächsten Jahr nicht mehr möglich. Zwei der wichtigsten Ursachen für das Defizit nannte Kämmerin Nicole Pydde. Das sind die geringeren so genannten Schlüsselzuweisungen in Höhe von 600.000 Euro vom Land. Nach den geltenden Regularien werden die Schlüsselzuweisungen nach den Steuererträgen vor jeweils zwei Jahren berechnet, und die waren 2019 erfreulich gut. Zweiter Grund ist die gestiegene Kreisumlage, also die Mittel, die an den Landkreis abzuführen sind. 2021 Immerhin 3,68 Millionen Euro, das sind 273.000 Euro mehr als im Vorjahr.

Freiwillige Leistungen müssen eingeschränkt werden

Eine erfreuliche Information von Nicole Pydde ist, dass zwar die freiwilligen Leistungen der Stadt eingeschränkt werden müssen, aber die Dorfgemeinschaftshäuser und der Jugendclub erhalten bleiben. Sie sind die größten finanziellen Posten bei den freiwilligen Leistungen.

Liste der Investitionen trotzdem lang

Auch die Liste der Investitionen ist erfreulich lang. Insgesamt sollen rund 1,26 Millionen Euro einschließlich Fördermittel investiert werden. Beispielsweise sind für den schon lange geplanten Anbau eines multifunktionellen Saales an der Ketziner Feuerwehr rund 42.000 Euro in den Haushaltsplan eingestellt. Dazu kommen rund 207.000 Euro Fördermittel.
Weitere 2,58 Millionen Euro sind für den Anbau hinter dem jetzigen Feuerwehrgebäude geplant, verteilt auf die Jahre 2021/22. Wie die Kämmerin einschränkte, wird mit der Planung erst begonnen, wenn die Fördermittelzusage vorliegt. Mit dem Geld werden eine neue Fahrzeughalle sowie Sanitäranlagen gebaut und die Außenanlagen bedarfsgerecht gestaltet.
Fortgesetzt wird der im Vorjahr begonnene Anbau an den Ketziner Hort. Für 720.000 Euro entstehen bis September vier Gruppenräume, Sanitäranlagen und Garderoben. Die Horterweiterung war notwendig geworden, da die Europaschule aufgrund der gestiegenen Schülerzahl mit Klassenräumen erweitert worden ist. 75 Prozent dieser Investitionskosten werden aus Fördermitteln beglichen.

Straße Am Stadtpark wird befestigt

Ab September soll nach Auskunft der Stadt nach jahrelangen Diskussionen und mit Einverständnis aller Anlieger die kurze Straße Am Stadtpark gebaut werden. Nach ersten Berechnungen könnte das rund 230.000 Euro kosten. 90 Prozent davon tragen die Anlieger.
Ein erheblicher Posten ist die Digitalisierung beider Schulen. Dafür werden Glasfaserkabel für schnelles Internet verlegt. Einschließlich Fördermittel wendet die Stadt für beide Schulen insgesamt 280.000 Euro auf. In der Kita Tremmen sollen der Brandschutz und die Elektroanlage für 171.500 Euro ertüchtigt werden.
Ein langjähriges Ärgernis ist der schlechte Zustand des Sandstreifend an der Werderschen Straße. Hierfür gibt es Überlegungen, die Landesstraße als Gemeindestraße zu übernehmen und entsprechend auszubauen. Zunächst wird geprüft, ob das finanzierbar ist. Planungskosten von rund 50.000 Euro sind in den Haushaltsplan eingestellt.

Parken am Strandbad soll Geld kosten

Durch die Umwandlung des Strandbades zur Badestelle wird für die Besucher zwar kein Eintritt mehr fällig, aber es fallen trotzdem Unterhaltungskosten an, die teilweise durch Parkgebühren gedeckt werden sollen. Investition in den Parkscheinautomaten: 7.300 Euro. Weitere knapp 6.000 Euro sind notwendig, um die Rutsche abzubauen und die Stege zu sperren.