Das Team aus Ärzten, Fachkrankenschwestern, Ergotherapeutin und Sozialarbeiterin kümmert sich hier um mehr als 200 Patienten, die eine intensivere Betreuung benötigen, als ein niedergelassener Psychologe oder Psychotherapeut leisten kann, die aber dennoch nicht eine Klinik oder Tagesklinik gehören. Es sei etwas kompliziert, versucht Dr. Matthias Theophil, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der Havelland-Kliniken, zu erläutern. Es gebe einen Diagnosenkatalog, in dem festgeschrieben sei, mit welchen Krankheitsbildern die Patienten in einer PIA behandelt werden dürften. Es sind in der Regel Patienten, die wegen der Art, Schwere und Dauer ihrer Erkrankung einer besonderen Betreuung bedürfen.
In der Psychiatrischen Institutsambulanz werde ihnen "multi-professionell" geholfen. Deswegen zählen zum Team auch mehr als "nur" Psychotherapeuten. Die Patienten werden von niedergelassenen Kollegen überwiesen, finden selbst den Weg zur PIA oder kommen über die Klinik. In der PIA erwarten die Patienten neben einer gründlichen Anamnese viele Einzel- und Gruppentherapiemöglichkeiten. Zu den Angeboten zählen neben der Betreuung durch Psychotherapeuten unter anderem Muskelrelaxion, Imaginationstherapie, kreativer Tanz, soziales Kompetenztraining und Schreibtherapie. Es gibt eine Suchtgruppe, ein Angst- und Depressionsgruppe und mehr. Für wen welche Angebote passen, wird individuell festgelegt.
Im Gegensatz zur Tagesklinik sind die Menschen in der PIA nicht zwingend krank geschrieben. Sie gehen auch arbeiten und nehmen ihre Therapie-Termine ambulant wahr. In der im gleichen Haus liegenden Tagesklinik sind die Patienten von Montag bis Freitag von morgens bis zum späten Nachmittag in Therapie. Das Konzept der Psychiatrischen Institutsambulanzen gibt es in Deutschland seit 2001. In Falkensee existiert eine PIA als Teil des Angebots der Havelland-Kliniken seit 2008.
Bevor die PIA nun ihre eigenen Räumlichkeiten im Gesundheitszentrum bezog, teilte sie sich die Räume mit der Tagesklinik. Das war beengt, für beide Seiten. Nun umfassen die neuen Räume zwei Büros der Ärztinnen, in denen die Einzelgespräche und Anamnesen mit den Patienten stattfinden, einen Empfang mit kleinem Wartebereich und einen Behandlungsraum, in dem beispielsweise Blutentnahmen oder Medikamentengaben erfolgen, der aber auch zur Verfügung steht, wenn der Bedarf besteht, allein mit einem Patienten reden zu müssen und die Arztzimmer besetzt sind. Dazu kommen ein großer Gruppenraum und eine Küche, sowie Sanitäranlagen.
Das Mehr an Platz ermöglichte es auch, dass nun neben Fachärztin Annette Pauer auch Diplom Psychologin und Psychotherapeutin Alexandra Jaek zum Team der Falkenseer PIA gehört.