Dazu sollen die jetzt Strom produzierenden 17 Windkraftanlagen zwischen Nauen und Neukammer durch acht leistungsfähigere mit einer möglichen Gesamthöhe von 234 Meter ersetzt werden (BRAWO berichtete). Wie er sagte, werde es nach Ankündigung des Investors auch einen "Mehrwert" für die Bürger geben. An dieser Meinung entzündete sich ein heftiger Meinungsstreit.
"Was kommt denn in Nauen bisher vom Investor für Geld an", fragte Erhard Mühlich. Gar keines, wie er meinte, und sieht das Vorhaben deshalb sehr skeptisch. Auch der Markeer Stadtverordnete Robert Borchert (SPD) war der Einladung des Ortsvorstehers Ralph Bluhm gefolgt, über die beantragte Änderung des Bebauungsplanes zu informieren, der bisher nur Anlagen bis 150 Meter Höhe zulässt. Er sei kein Fan von Windkraftanlagen und habe sich der Stimme enthalten, sagte er im Ortsbeirat. Außerdem werde erst im laufenden Verfahren über eine mögliche Höhe der neuen Anlagen entschieden. Er wolle vor seiner Zustimmung zum Vorhaben erst einige Fragen eindeutig geklärt haben, betonte er. Das sei die vom Investor angekündigte Verlegung des Firmensitzes von Oldenburg nach Nauen. Nur so käme es zu dem für Nauen angekündigten Mehrwert in Form von Gewerbesteuern.
Ferner müsse rechtssicher geklärt sein, dass mit der Änderung des Bebauungsplanes und der damit möglichen Aufstellung von 234 Meter hohen Windkraftanlagen nicht auch für andere Nauener Flächen ein Anspruch abgeleitet werden könne. In einer Stellungnahme zur Beratung des Nauener Bauausschusses im Januar hatten sich zwei Mitglieder des Ortsbeirates für das Vorhaben ausgesprochen. Ortsvorsteher Ralph Bluhm lehnte es ab und blieb auch am Dienstag bei seiner Meinung. Ein Beschluss sei nicht gefragt gewesen. Der müsse später im laufenden Verfahren gefasst und in den ausgelegten Unterlagen in Form möglicher Bedenken kundgetan werden. Wie er sagte, könne ein Beschluss nach Vorlage aller notwendigen Informationen ganz anders ausfallen als die gegenwärtige Meinung.
Martin Wieler ist Schwanebecker Einwohner. Er befürchtet, dass nach einer planerischen Zustimmung für die höheren Anlagen auch andere Investoren das Recht ableiten könnten, um Nauen ebenfalls Anlagen mit der maximalen Höhe errichten zu dürfen. Lothar Richter empörte sich in diesem Zusammenhang über die Situation im Land. "Wir haben in Brandenburg die meisten Windkraftanlagen und dafür in Deutschland die höchsten Strompreise", sagte er. So gab es an diesem Abend mehr Skepsis und Ablehnung als Zustimmung für den Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplanes.