„Keine Duschen, die Toilette hat seit Sommer keinen Abfluss und ist deshalb unbenutzbar, die Kameraden der Paretzer Feuerwehr müssen sich auf dem halben Meter zwischen Wand und Fahrzeugen vor und nach dem Einsatz umziehen, die Fahrzeuge haben Mühe, Garage und Hof zu verlassen“, zählte die Paretzer Ortsvorsteherin Christiane Schnell auf.

Jetziger Standort denkmalgeschützt

Der jetzige Standort sei denkmalgeschützt, deshalb nicht erweiterbar, biete von der gesamten Einsatztechnik lediglich zwei Fahrzeugen Platz und wäre aus vielerlei Gründen sehr mangelhaft. Da seit Jahren keine zufriedenstellende Lösung in Sicht ist, hatte der Ortsbeirat kürzlich Kreis- und Landtagsabgeordnete zu einem Vorort-Gespräch eingeladen, um auf alle diese Mängel aufmerksam zu machen.

Sichtachse wäre durch Neubau gestört

Im aktuellen Gefahrenabwehrbedarfsplan wäre ein Neubau vorgesehen und auch ein stadteigenes Grundstück in geeigneter Lage hinter dem Parkplatz sei vorhanden, erläuterte die Ortsvorsteherin den Kommunalpolitikern. Ziemlich ideale Bedingungen also – wenn nicht die Denkmalbehörde den Standort ablehnen würde. Die Begründung: Die Sichtachse vom Rohrhausgarten zum Dorf würde gestört.
„Was nutzt es, in dieser Form die Historie zu bewahren, wenn eine Ortsfeuerwehr bei Gefahr nicht einsatzbereit ist“, so Detlef Hinze, langjähriger ehemaliger Ortswehrführer. Er ist sauer auf diese seit Jahren unbefriedigende Situation. Es brauche endlich ein Projekt, einen Standort und das Bekenntnis der Stadtverordneten für einen Neubau. Der einst vorgesehene an der Paretz-Hofer Straße wäre flächenmäßig und deshalb baulich zu klein gewesen.

Bis zu 40 Einsätze jährlich

Zu 30 bis 40 Einsätzen rücken die Kameraden durchschnittlich jährlich unter diesen unwürdigen Bedingungen aus. 36 Mitglieder zählen zur Paretzer Feuerwehr, davon sind 25 aktiv. „Alle sind gut ausgebildet und wir haben durch unsere Arbeit mit der Jugend keine Nachwuchssorgen“, schilderte Hinze diese erfreuliche Seite der Paretzer Situation. Zur Jugendfeuerwehr gehören zwölf Kameraden und gleichfalls zwölf zur Kindergarten-Löschbande, wie sie sich selbst nennen.

Ortsbeirat lud Politiker ein

Da Paretz kein Dorfgemeinschaftshaus habe, plädiert der Ortsbeirat dafür, in der künftigen Feuerwehr den Aufenthaltsraum so zu gestalten, dass dieser auch als Dorfgemeinschaftsraum genutzt werden könnte. Wie Christiane Schnell nach dem Informationsgespräch sagte, freue sie sich über das Angebot von Michael Koch (CDU), ein Gespräch mit der Denkmalbehörde zu organisieren. Johannes Funke (SPD) habe die Idee der Kombination unterstützt, das würde es ermöglichen, über das Leader-Programm Fördermittel zu bekommen. Außerdem gäbe es im Land das Investitionsprogramm Feuerwehr. Andrea Johlige (Linke) hatte empfohlen, den Kreisbrandmeister in die Planungen einzubeziehen.
„Das Gespräch mit den Kommunalpolitikern sollte auf die in allen Belangen unwürdige Situation für die ehrenamtlich tätigen Kameraden in Paretz aufmerksam machen. Als Ortsbeirat möchten wir hinsichtlich des Baues eines neuen, den menschlichen und technischen Anforderungen entsprechenden Feuerwehrgebäudes mit Dorfgemeinschaftsraum endlich vorwärts kommen“, fasste Christiane Schnell nach dem Vorort-Gespräch zusammen.