„Dass mir erneut das Vertrauen ausgesprochen worden ist, hat mich gefreut. Erfahrungsgemäß ist das bei den Piraten in anderen Kreisverbänden in der Regel eher unsicher. Wir sind personell gut aufgestellt“, sagte Oliver Huth am Freitag.
Auf dem Kreisparteitag, bei dem vor allem Personalfragen geklärt wurden, ist inhaltlich lediglich ein Programmantrag zur Abstimmung gelangt, der einstimmig angenommen wurde. So setzen auch die Piraten im Havelland voll auf Transparenz - ein Kernanliegen. Die Freibeuter pochen darauf, dass in Politik und Verwaltung, und zwar in sämtlichen Gebietskörperschaften des Kreises, alle Verträge und Gutachten komplett und kostenlos öffentlich zugänglich sein sollen, so die Forderung. In der Begründung dazu heißt es: „Verwaltungshandeln und die politische Entscheidungsfindung soll für den Bürger durchschaubar und leicht verständlich sein. Informationen sollen frühstmöglich, uneingeschränkt, maschinenlesbar und niedrigschwellig zur Verfügung gestellt werden. Das schließt insbesondere eine Veröffentlichung im Internet ein.“ Raimond Heydt: „Der Antrag ist ein Versprechen an alle Bürgerinnen und Bürger und eine klare Ansage an die etablierten Parteien endlich Schluss zu machen mit der Hinterzimmerpolitik“, sagte der Initiator des Antrags.
Laut Angaben von Huth sollen die weiteren Grundzüge des Programms übrigens im Herbst verabschiedet werden. „Bis dahin werden wir inhaltlich arbeiten“, sagte er. Ungeachtet des wollen die Piraten weiterhin offensiv um Mitglieder, derzeit sind es 56, werben. Die Resonanz sei bisher außerordentlich gut. „Wir werden vielfach angesprochen. In Wustermark beispielsweise ist das Interesse an unserer politischen Arbeit sehr groß. Da wollen wir genauso Fuß fassen wie im Westhavelland“, so der Kreisvorsitzende.
Die Diskussion um mögliche rechtsextreme Tendenzen in der Piratenpartei hält Huth im Übrigen für übertrieben. „Wir stehen eindeutig und ohne Wenn und Aber zur Stellungnahme unseres Landesverbandes und distanzieren uns mit aller Entschiedenheit von allen antidemokratischen und extremistischen Parteien und Organisationen.“ Zudem hätten die Piraten im Havelland beim Toleranzfest „Für ein buntes Nauen“ am vergangenen Freitag ein Zeichen gesetzt. „Bei uns ist mir niemand bekannt, der in der rechten Szene aktiv gewesen ist. Dennoch scannen wir die Leute nicht, indem wir sie einer Gesinnungsprüfung unterziehen.“ Huth ist ohnehin der Meinung, dass „jede Partei eine rechte Vergangenheit hat. Das würde aber ein Parteimitglied niemals öffentlich sagen.“
Übrigens: Der Parteitag war gleichzeitig gewissermaßen eine Jubiläumsveranstaltung. Denn seit nunmehr zwei Jahren entern die Piraten auch das Havelland.