Es geht voran mit dem Hallenbadbau in Falkensee. Am Mittwoch wurden in der Sitzung des Hauptausschusses die Lose für die Erdarbeiten und den Rohbau vergeben. Wie bei solch großen Projekten notwendig, war der Vergabe eine europaweite Ausschreibung voran gegangen - mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Während für die Erdarbeiten gleich zwölf Firmen gültige Angebote abgegeben hatten, waren es für den Rohbau nur zwei. Insgesamt gab es zwar fünf Angebote, aber nur zwei waren vollständig.

Erdarbeiten günstiger, Rohbau teurer als geplant

Das letztlich angenommene Angebot für die Erdarbeiten bewegt sich mit rund 255.000 Euro deutlich unter dem geschätzten Auftragswert von rund 440.000 Euro. Das hier gesparte Geld muss allerdings gleich wieder in den Rohbau investiert werden. Denn hier wurde der geschätzte Auftragswert von 4,522 Millionen Euro mit dem wirtschaftlichsten Angebot von 4,720 Millionen Euro überboten.
Die Firma ANES Bauausführungen Berlin GmbH, die den Zuschlag für den Rohbau erhielt, ist in Falkensee keine unbekannte. Sie hat auch den Rohbau der Stadthalle hochgezogen.

Hallenbadbau dank Bürgerentscheid

Das Bauprojekt Hallenbad kommt mit den Vergaben nun endlich in Schwung. Im November 2020 hatten die Falkenseer in einem Bürgerentscheid für den Bau gestimmt, nachdem Ende 2019 das Projekt durch die Stadtverordneten gestoppt worden war. Durch den Stopp hatte sich die Planungsfirma Bauconcept von den Projekt verabschiedet und neue Projekte gestartet. Nachdem Bürgerentscheid dauerte es daher einige Wochen, bis die Firma wieder Kapazitäten für das Falkenseer Vorhaben hatte. Dann musste noch die europaweite Ausschreibung erfolgen, die nun mit der Vergabe abgeschlossen ist.

Falkensee

Preissteigerung durch Zeitverzug und Corona

Die Stadtverwaltung rechnet durch den Bauverzug und die Corona-Lage - bestimmte Baustoffe werden derzeit knapp - mit einer Preissteigerung. Ist man 2019 noch von einem Gesamtpreis für den Hallenbadbau von 22,864 Millionen Euro ausgegangen, so sind nun inklusive aller voraussichtlichen Preissteigerungen bis 2022 wohl Kosten von rund 26 Millionen Euro zu erwarten. Ob es dazu aber tatsächlich kommt, hängt auch von der weiteren Entwicklung der Coronapandemie und ihren Auswirkungen auf den Baustoffmarkt ab.
Stadtkämmerer Ralf Haase und Bürgermeister Heiko Müller (SPD) sind sich allerdings einig, dass der Falkenseer Haushalt solide ist und dass auch die Kosten der neuen Schätzung aufgefangen werden könnten.