Auf dem Videokanal YouTube kann man sich derzeit anschauen, wie ein geplantes Wohnprojekt in Finkenkrug aussehen soll. Ein gewisser Mad Max interviewt einen Bauträger, der hier, an einem Fluss, eine Geldanlage vorstellt. Dabei geht es allerdings um ein Grundstück im Falkenseer Stadtteil Finkenkrug, in der Lilienthalstraße. Der Fluss ist wohl der dahinter verlaufende Schlaggraben. Was hier nach etwas dick aufgetragen klingt, finden die Nachbarn gar nicht lustig.

17 Bäume auf benachbartem Grundstück gefällt

Für die Nachbarn des Grundstückes Lilienthalstraße 57 war die Überraschung groß. Sie kamen von einer Urlaubsreise zurück und auf dem Nachbargrundstück fehlten 17 Bäume. Einer davon, so meinen die Nachbarn, stand auf ihrem Grundstück. Die Stadt bestätigt auf Anfrage die Fällung der 17 Bäume, alle hätten sie auf dem Nachbargrundstück gestanden und mussten im Rahmen der geplanten Bebauung weichen. Die Nachbarin ist empört, sie bleibt dabei, einer der Bäume stand auf ihrem Boden und fragt: Wieso fallen hier so viele Bäume?

Zwei Häuser mit 40 Wohnungen

Zwei Häuser sind geplant, drei Stockwerke hoch, mit insgesamt 40 Wohnungen. Eines soll an die rechte Seite, eines an die linke Seite des Grundstückes. Dazwischen sollen Parkmöglichkeiten entstehen. Im Video ist das geplante Projekt zu sehen. Für die Nachbarin heißt dies, sie wird zukünftig über ihre komplette Grundstücksseite die Längsseite der Hauswand des Nachbargebäudes haben. Sie selbst lebt in einem Einfamilienhaus, typische Bebauung für diese Seite der Lilienthalstraße.
Die Straße ist in zwei Hälften geteilt, von der Zeppelinstraße kommend sind es Eigenheime, die die Straße säumen, dazwischen waldige Flächen, dann endet die Straße, direkt vor dem besagten Baugrundstück. Dahinter geht die Lilienthalstraße weiter, hier ändert sich das Bild der Bebauung, Mehrfamilienhäuser, in Form von Stadtvillen, bestimmen das Bild, allerdings kleiner als das geplante Bauvorhaben.

Es gibt einen Bebauungsplan

Das Baurecht, wird im Video erklärt und mit Karten unterlegt, sei „klar definiert“ und „außer jeglicher Diskussion.“ Es gibt einen Bebauungsplan. Dieser Bebauungsplan gebe eine solch große Bebauung gar nicht her, sagt die Nachbarin. Sie zweifelt die Rechtmäßigkeit der Baugenehmigung an. Im Bau- und Werksausschuss hatte sie ihre Bedenken erklärt, Bau-Dezernent Zylla versprach sich der Frage anzunehmen.

Erteilte Baugenehmigung wird geprüft

Inzwischen hat die Stadt Kontakt zum Bauordnungsamt in Nauen aufgenommen, die Behörde prüfte die bestehende Baugenehmigung. Nach Kenntnis der Stadt wurde zwischenzeitlich ein Baustopp verhängt, der dann aber wieder aufgehoben wurde. Die Stadt selbst prüft die durch das Bauordnungsamt erlassenen Genehmigungen nicht, heißt es auf Anfrage, man habe im Rahmen des Möglichen die Überprüfung unterstützt, heißt es weiter.
Der aktuelle Bebauungsplan und die dazu abgegeben Begründungen widersprechen sich, sagt die betroffene Nachbarin. Hätte sie geahnt, zukünftig auf eine Hauswand statt ins Grüne zu blicken, hätte sie an dieser Stelle nicht gebaut. Aufgeben wird sie nicht. Solange die Hauswand noch nicht steht, hat sie die Hoffnung, dies noch verhindern zu können.