Nach gut 13 Monaten Umbauzeit sind in Nauen die ersten Mieter, coronabedingt ohne das sonst übliche offizielle Zeremoniell, in ihre Wohnungen mit Service und in der Demenz-Wohngemeinschaft eingezogen. Das 1912 gebaute, stadtbildprägende, mehrgeschossige Wohngebäude in der Dammstraße 30/Ecke Hertefelder Straße stand rund 20 Jahre wegen mangelhafter Wohnqualität leer.
Nunmehr hat es der Investor, die Brieselanger RegWert GmbH, an den Generalmieter, die Gemeinschaftswerk Wohnen und Pflege GmbH, übergeben. „Wir haben das viergeschossige Gebäude innen und außen mit viel Aufwand entkernt, in einem Anbau das Treppenhaus und einen Fahrstuhl eingebaut und die Wohnungen in Abstimmung mit dem Gemeinschaftswerk den speziellen Anforderungen der künftigen Mieter entsprechend gestaltet“, sagte RegWert-Geschäftsführer Kevin Marcuse.

Demenz-Wohngemeinschaften und sogenanntes „Service-Wohnen“

So entstanden im Erd- und ersten Obergeschoss acht Wohnungen für Mieter mit Demenz und anderen körperlichen Einschränkungen. Sie wohnen in einer Wohngemeinschaft. Ihnen stehen ihre persönlichen Wohnräume ebenso zur Verfügung wie die eingerichtete große Gemeinschaftsküche, Terrassen und vier spezielle Bäder. Rund um die Uhr ist ein Ansprechpartner des Gemeinschaftswerkes erreichbar.
Im zweiten Ober- und im Dachgeschoss sind von den sechs „Wohnungen mit Service“ bereits fünf bezogen, wie Jahn-Michael Langner, Nauener Niederlassungsleiter des Gemeinschaftswerkes, bestätigte. Er freue sich sehr über das gesamte Objekt. Interessenten für die einzige noch freie Wohnung könnten sich gern beim Gemeinschaftswerk melden.
Die Nauener Ella und Werner Lutz haben sich bereits eingelebt und fühlen sich wohl in der neuen Wohnung. „Wir haben ein Poster im Schlafzimmer. `Wo das Herz sich wohlfühlt, da bist du zuhause´ steht darauf. Und so ist das“, merkte Ella Lutz zufrieden an. Und das bei Bedarf auch Hilfe geleistet werden kann, gäbe eine gewisse Sicherheit.

Pläne von 1910 bei Sanierung berücksichtigt

„Mit dem Klinkersockel und der Farbgebung haben wir uns benachbarten denkmalgeschützten Gebäuden angepasst“, erläuterte Marcuse. Er hätte sich im Nauener Archiv die Baupläne von 1910 angesehen und bei der Sanierung beachtet. So sei der Erker an der Ecke Hertefelder Straße in Dachhöhe auf das einst geplante, aber nicht realisierte höhere Maß ausgebaut worden. Nun ist der Blick über Nauen bis hin zur ehemaligen Zuckerfabrik möglich.
Durch den Anbau für Treppenhaus und Fahrstuhl und mit dem erhöhten Erker wirke das ganze Gebäude in seinen Proportionen harmonischer, ist Kevin Marcuse stolz auf die gelungene Sanierung und er gibt zu, dass der über 100 Jahre alte Bau auch einige bauliche Überraschungen brachte, die unerwartet zusätzlich Zeit und Geld gekostet hätten.
Noch ist der gerade erst fertig gewordene und bereits begrünte 1.000 Quadratmeter große Innenhof recht kahl. Im nächsten Jahr wird es hier Sitz- und auch Beschäftigungsmöglichkeiten geben. Eine Art Grillpavillon und ein Hochbeet sind bereits vorbereitet.