Merlin ist ein berühmter Barde und Zauberer aus der Artus-Sage und nun auch Namensgeber eines Falkenseer Wohnquartiers? Nein, denn gemeint ist der Vogel aus der Familie der Falken, der als Namensgeber für den neuen Wohnkomplex Pate steht. Bauträger des „Merlin-Quartiers“ ist die BUWOG, seit 2018 eine Tochter des Wohnungsunternehmens Vonovia.
473 Wohnungen in fast unmittelbarer Nähe zum Bahnhof will das Unternehmen auf dem Grundstück an der Schwartzkopffstraße in Falkensee bauen, darunter 90 mietpreisgebundene Wohnungen. Im Erdgeschoss soll es Raum für Gewerbeflächen entlang der Dallgower Straße und der zukünftigen Bitterfelder Straße geben. Im Innenhof verspricht der Bauträger viel Grün. Für Parkplätze soll ein ebenfalls noch zu bauendes Parkhaus sorgen. 145 Wohnungen sind für den älteren Teil der Bevölkerung gedacht. Die Ein- und Zweizimmerwohnungen sind zum Teil barrierefrei. Entstehen soll auch eine Wohngemeinschaft für Senioren/innen mit zwölf Zimmern, großer Terrasse und individuell buchbaren Serviceangeboten der Johanniter-Unfall-Hilfe.

Wohnungen für junge und alte Menschen

Lange Zeit lag das Gelände brach. Die Pläne für ein Einkaufzentrum (SeeCarré) waren verworfen, da erwarb 2018 die BUWOG das Grundstück. Nun musste der B-Plan geändert werden, aus dem Gewerbegebiet wurde ein Wohngebiet. „Das alles ging“, so Eva Weiß, Geschäftsführerin der BUWOG, „sehr schnell“. Bei der Grundsteinlegung am Donnerstag lobt sie die gute Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung.
Die Wohnungen sollten besonders junge und ältere Menschen ansprechen, sagt Weiß. Sie erklärt, man habe auch an die Infrastruktur gedacht, der Kreisverkehr nur wenige Meter vor dem Bauzaun, sei Teil der Entlastung für die Einwohner und Anlieger. Auch Daniel Riedl, Vorstand der Vonovia SE und zuständig für die BUWOG, ist voll des Lobes über die Stadtverwaltung. Würde er sich für manche Bezirke in Berlin auch wünschen, sagt er.

Seit zehn Jahren Wohnungsnot in Falkensee

Bürgermeister Heiko Müller erinnert sich in seiner Rede an Zeiten zurück, in denen die Wohnungen in Falkensee leer standen. Ein bisschen wie aus einer anderen Welt, denn auch in Falkensee gebe es seit etwa zehn Jahren Wohnungsnot, bekräftigt der Verwaltungschef.
Er plädiert für mehr Wohnungsbau, hat dabei den Blick auf die steigenden Grundstückspreise. Die Stadt selbst könne hier nicht viel machen, sagt er. Sie besitze aus der Historie heraus kaum Grundstücke. Was die Infrastruktur angeht, kündigt er die Bauarbeiten für den Kreisverkehr an der Potsdamer Straße an.
Stephan Höhne ist der Architekt des neuen Wohnquartiers. Er verspricht ein augenschmeichelndes Haus und keinen Block in grau-braun. Davon gäbe es auch schon genug, merkt er an. Dann wird traditionell die Zeitkapsel befüllt, in den Grundstein versenkt und unter handwerklicher Anleitung eingemauert. Mit der einen oder anderen Verzögerung beim Bau muss wohl fast schon gerechnet werden. Corona, Material-Engpässe, der Krieg in der Ukraine, werden auch an diesem Vorhaben nicht spurlos vorbeigehen. Um dem zu begegnen, wurde in die Zeitkapsel auch ein Glücksbringer gelegt.