Am heutigen Donnerstag, 24. Juni 2021, überreichte Landrat Roger Lewandowski (CDU) den symbolischen Schlüssel für den Erweiterungsbau des Bus-Betriebshofes in Falkensee an Havelbus Geschäftsführer Mathias Köhler. Damit bekommt der bestehende Betriebshof in der Straße der Einheit deutlich mehr Platz. Der Erweiterungsbau bietet eine große Werkshalle, Räume für die Mitarbeiter, einen Konferenzbereich und ein nagelneues Kundenbüro. Das fehlte bisher für Falkensee. Ein nachhaltiger Bau, betonten Landrat und Geschäftsführer, mit dem Havelbus sich an eine Zukunft mit neuen Antriebstechnicken orientieren will.

Havelbus investierte 7,8 Millionen Euro am Standort

Im Oktober 2018 war der Bauantrag gestellt worden, im September 2019 hatte man sich auf dem Gelände zum ersten Spatenstich versammelt. Die Schlüsselübergabe jetzt erfolgte laut Landrat Lewandowski mit etwas Verspätung. Die übliche Verdächtige: Corona und die Witterung.
Knapp 7,8 Millionen Euro wurden in den Bus-Stützpunkt investiert. Unter der rund 1.800 Quadratmeter großen Busüberdachung finden bis zu 18 Busse Platz. In der 980 Quadratmeter großen Werkshalle können acht Busse gleichzeitig gewartet oder repariert werden. LED beleuchtet und mit einem abgetrennten Bereich, in dem Auszubildende sich mit der Technik der Busse vertraut machen können.
In der neuen Werkshalle des Havelbus-Betriebshofs in Falkensee fährt der Bus schon mal Fahrstuhl.
In der neuen Werkshalle des Havelbus-Betriebshofs in Falkensee fährt der Bus schon mal Fahrstuhl.
© Foto: Silvia Passow

Falkenseer Architekturbüro Seidl & Seidl plante Bau

Eine 20 Tonnen schwere Grubenwanne im Fußboden lässt optimales Arbeiten auch unterhalb der Busse zu. Sie ist 27 Meter lang und wurde im Stück in den Boden eingelassen, erzählt Benjamin Seidl vom Architekten-Büro Seidl & Seidl. Der Betriebshof stammt aus der Feder der Falkenseer Architekten, die damit dem Areal ein ganz neues Gesicht gaben. Kaum errichtet, schaffte es der Betriebshof auch gleich in den „Tag der Architektur“. Die Architektenkammer stellt an diesem Tag „ein breites Spektrum guter Baukultur“ vor. Der Betriebshof ist der einzige havelländische Beitrag.

Bushaltestelle vor der Tür geplant

Im Erdgeschoss des Gebäudes befinden sich das barrierefreie Kundenbüro und Konferenzräume für 50 bis 60 Personen. Eine Haltestelle vor der Tür sei in Planung, sagt Köhler. Der ebenfalls anwesende Falkenseer Bürgermeister Heiko Müller (SPD) regt an, die entsprechende Buslinie bis zum Hallenbad fahren zu lassen.

Acht neue Azubis für Havelbus

Vom Erdgeschoss gelangt man in die Werkshalle oder hinauf in den Bürotrakt. Hier gibt es neben einladend wirkenden Pausenräumen auch Umkleiden, die Personaleinteilung erfolgt hier und von hier aus werden, auch neu, die Auszubildenen betreut. Nächste Woche würden acht Azubis ihre Verträge unterschreiben, verrät Köhler. Dann sind insgesamt 16 Auszubildene am Start. Havelbus ist gerade erst von der IHK (Industrie und Handwerkskammer) für die Ausbildung ausgezeichnet worden.

Photovoltaik-Anlage auf dem Dach

Die Büros verfügen über weite Fensterfronten. Sie sollen die Transparenz nach außen hin verdeutlichen, sagt Köhler. Eine Treppe höher gibt es einen Mehrzweckraum, der für sportliche Aktivitäten ausgestattet werden soll. Oben erwartet eine Dachterrasse den Besucher, daneben ist bereits die Dachbegrünung zu erkennen. Rund 40 Prozent des Daches sind mit einer Photovoltaikanlage belegt, sie versorgt den Gebäudekomplex mit dem notwendigen Strom.

E-Ladesäulen und Leerrohre für für die Zukunft

Auf dem Besucherparkplatz stehen sechs E-Ladesäulen zur Verfügung. „Der Boden wurde nicht komplett mit Beton versiegelt, sondern ganz bewusst gepflastert“, sagt Köhler weiter. Dort wo das Grün bleiben durfte, hat man Steine und Totholz als Lebensraum für kleine Tiere aufgestellt. Unter der Erde hat man Leerrohre verlegt. Was auch immer die Zukunft in Sachen Antrieb noch bringen mag, hier will man vorbereitet sein.
Auch Landrat Roger Lewandowski spricht in seiner Rede von alternativen Antrieben und erneuerbaren Energien. Wasserstoff lautet bei ihm das Zauberwort. Havelbus betreibt einen Elektro-Bus, doch die begrenzte Reichweite zeigt sich als weniger praktikabel im Einsatz.

Platzprobleme mit neuen Objekt gelöst

Hausherr Köhler gibt seiner Freude und Erleichterung Ausdruck, mit diesem Standort die bestehenden Platzprobleme gelöst zu haben. „Wir haben hier ein tolles Objekt. Wir haben hier alles, was wir uns in der Planungsphase gewünscht hatten“, sagt er. Auch Köhler sieht die Zukunft der Mobilität in neuer Technologie. „Dieser Erweiterungsbau wird für uns der Einstieg in alternative Antriebe sein.“
In der kommenden Woche werden die Mitarbeiter des benachbarten Betriebshofes umziehen. Die ersten Bewohner seien sie nicht, verrät der Landrat. Ein Vogelpärchen hatte sich die Werkshalle als Nistplatz ausgesucht. Länger auf den Bus warten mochten sie nicht, bevor der Betrieb los ging, suchten sie sich eine neue Bleibe.