Zuvor war in den letzten Wochen noch einiges zu richten - Stromleitungen mussten neu verlegt, Fliesen geklebt, Wände gestrichen und die Küche eingebaut werden. Dies alles geschah gemeinsam mit Bewohnern der Übergangswohnheime in Falkensee und Schönwalde.
Am Tag der Eröffnung war den Akteuren die Freude über die gelungene Vorbereitung deutlich anzusehen. In kleinen Gruppen wurde lebhaft erzählt und diskutiert, die Kinder spielten und malten fröhlich an einem der Tische.
Das "B 80" steht unter der Schirmherrschaft der Lokalen Agenda 21. Der Ort soll zum Informationsaustausch anregen und Möglichkeiten zur Begegnung schaffen. Neben einem Angebot an Deutschkursen und Beratungsstunden kann dort jeder sein Wissen oder seine Hilfe zur Verfügung stellen und so einen Beitrag für das Zusammenleben in der Stadt leisten. Im besten Fall entstehen auf dieser Basis selbstorganisierte Gruppen.
"Wir sehen die Begegnungsstätte als interaktiven Ort und stellen uns vor, bei Veranstaltungen auch mit Menschen, die sich vor Ort aufhalten, in Verbindung zu treten, etwa nach Afghanistan über eine Skype-Verbindung", erläuterte Kathleen Kunath, Sprecherin der Willkommensinitiative. Die Technik funktioniert im "B 80" hervorragend dank Christoph Böhmer, für den die Einrichtung derselben allerdings eher Nebensache und Mittel zum Zweck ist: "Viel wichtiger ist es mir, mich um übersehene, schulaffine junge Männer zu kümmern, die noch nicht das Richtige für sich gefunden haben." Das tut der 49-jährige Falkenseer denn auch äußerst engagiert. In seinem Haus beherbergt er seit rund einem Jahr drei Dauergäste,von denen einer aus Syrien, einer aus dem Iran und einer aus Afghanistan stammt. "Ich achte auf diese Diversität, weil ich will, dass die Männer deutsch sprechen", erklärt Böhmer. Im Garten steht außerdem inzwischen ein Wohnwagen, in dem Gelegenheitsgäste übernachten. Die eigenen drei Kinder zeigten sich anfangs eher skeptisch, finden jedoch mittlerweile Gefallen an dem neuen Familienleben und bringen sich - jeder auf seine Art - ebenso engagiert mit ein.
Zur Feier des Tages gab es am Sonntag auch gleich noch finanzielle Unterstützung. Der SPD-Ortsverein spendete einen Betrag von 100,00 Euro, und die Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung Barbara Richstein (CDU) war erschienen, um eine Spende von 400,00 Euro für die Fahrrad-AG zu überreichen. Das Geld stammt aus Erlösen des Familienfests, das jedes Jahr vom CDU-Stadtverband veranstaltet wird.
Die Organisation des neuen interkulturellen Zentrums wird sich künftig auf viele Schultern verteilen können, Pläne und Visionen gibt es einige. Fest steht, dass die Wünsche der Flüchtlinge dabei nicht übersehen, sondern ausdrücklich einbezogen werden sollen.