Eggert reist viel, die Wahl auf den Iran fiel aus seinem Interesse zur Region. Er ist Individualreisender, nutzt vor Ort überwiegend öffentliche Verkehrsmittel. Was prima funktioniert, wie er zu erzählen weiß. Die großen Städte sind allesamt mit einer Fernbusflotte verbunden, deren Standard dem unseren sehr ähnlich ist.
Doch bevor er diese und andere Erfahrungen sammeln konnte, mussten Reisevorbereitungen getroffen werden. Visa besorgen, genügend Geld eintauschen. Bargeld ist notwendig. Der Iran ist vom internationalen Zahlungsverkehr ausgeschlossen, was den Einsatz von Kreditkarten unmöglich macht. Was zur nächsten Frage führt.
Wieviel Bargeld ist notwendig? Eggert verweist hier auf eine Inflationsrate von 20 Prozent. Momentan liegt der Kurs bei ein Euro für 48.000 iranische Rial.Geld kann auf der Bank getauscht werden. Oder beim Straßenhändler, was verboten ist und dennoch von den Bankangestellten selbst Eggert empfohlen wurde. Der Kurs wäre besser, was er bestätigen kann.
Verboten, so Eggert, ist im Iran tatsächlich viel. Das verunsicherte ihn auch immer wieder. Auch wenn er die Erfahrung mitnahm, dass viele dieser Verbote nur lax oder auch gar nicht kontrolliert wurden. Ein ungutes Gefühl blieb, hier und da, bestätigt er. Seiner offensichtlichen Begeisterung für das Land hat das keinen Abbruch getan.
Er schwärmt von der Zugänglichkeit der Leute, die Touristen einfach so auf der Straße ansprechen, in ihre Geschäfte oder nach Hause zum Tee einladen. Berührungsängste darf man nicht haben, erklärt Eggert. Und auch keinen Zeitdruck. Zeit, so sein Eindruck, spielt im Iran keine so große Rolle. Weshalb er seinem Vortrag auch diesen Namen gab. Oft waren seine Wege ganz anders, als geplant. Zum Beispiel wenn er auf der Straße von Fremden zum Tee eingeladen wurde und schließlich zwei Tage blieb. Aus Fremden wurden Freunde.
Eggert beschreibt anschaulich die Menschen, die quirligen Basare, die Kultur, die Kontraste. Strenge Kleiderordnung für Frauen und die ausgestellte Ware in den Geschäften. Kleider neben Bikinis, als gäbe es Mantel und Kopfbedeckung nicht.
Viele Moscheen hat er besucht, oft waren die Regeln für die Besucher verschieden, Trennung von Frauen und Männern aber üblich. Die Architektur der Bauten, ihre Geschichte. Die langen Bauzeiten, oft über Generationen hinweg. "Stellen sie sich vor, da hatte jemand eine Idee für ein Bauwerk und erlebt nicht, wie es fertiggestellt wird." Er blickt in die Runde der Zuschauer. "Das können wir uns doch heute gar nicht mehr vorstellen", fügt er hinzu. Lachen aus den Reihen der Gäste. "Doch, können wir", gibt jemand zu bedenken. Das Wort Flughafen fällt.
Ein Abend wie eine kleine Reise. Ganz ohne Flugzeug.