Die Tüte, die einst Knabbereien enthielt, würde im Wald etwa 80 Jahre zur Verrottung brauchen. Und das Taschentuch, das beim Spazieren aus der Tasche fiel, ist auch nicht schnell abgebaut. Wenigstens sechs Wochen braucht das, der Prozess kann sich auch über fünf Jahre strecken. Überall zu finden sind derzeit achtlos weggeworfene medizinische Gesichtsmasken. 450 Jahre braucht es, bis die Natur sie vergessen hat. Möglich, dass die Pandemie dann schon lange Geschichte ist, so wie die Menschen, die sie erlebten, sehr wahrscheinlich, das bereits neue Viren um die Welt gegangen sind.

Spielen, Toben und Müll sammeln im Wald

Die Kinder der Kita Grashüpfer aus Brieselang macht das schon einigermaßen sauer. Erwachsene, die es doch besser wissen müssten, werfen ihren Müll in den Wald. Die Drei- bis Sechsjährigen kommen regelmäßig in den Wald zum Spielen, Toben, Abenteuer erleben und finden dabei immer wieder Müll. Einer der unbekannten Müllverursacher scheint regelmäßig in den Wald zu kommen. Er oder sie mag Bonbons, die mit den zwei „V“ im Namen und das Bonbonpapier zeigt den Weg an, den der Bonbon-Esser lief. Dabei kann es sich nicht um eine Spur gegen das Verlaufen handeln, denn den Weg sollte der oder die Unbekannte inzwischen kennen.

Müll kann gefährlich für Tiere sein

„Die Kinder wollen immer, wenn wir in den Wald gehen, Müll sammeln“, erzählt Michaela Nesch, Natur- und Kräuterpädagogin in der Kita Grashüpfer. Dabei sollen nicht alle Waldausflüge der Gruppe mit Arbeit verbunden sein. Die Kinder finden allerdings immer etwas, auch wenn sie erst eine Woche zuvor den Wald gesäubert haben. Fragt man sie, warum der Müll aus dem Wald geräumt sein muss, kommt mit empörter Stimme der Hinweis auf die Waldbewohner, die Tiere. Für die tierischen Waldbewohner kann der Müll gefährlich sein. In den Masken zum Beispiel können Tiere sich verheddern, im schlimmsten Fall so sehr, dass sie sich nicht mehr bewegen können und verhungern.

50.000 Jahre bis die Bierflasche verrottet ist

Die Fundstücke der Kinder hat Volker Kademann von der Oberförsterei Brieselang auf einem Schild verewigt. Dazu die Zeiten, die es braucht, bis die Stücke verrottet sind. „Wir waren sogar Pils-Sammeln“, verkündet einer der Erzieher und zeigt auf die braune Bierflasche in einem Eimer. Die Flasche würde, bliebe sie liegen, 50.000 Jahre brauchen, bis sie niemand mehr zum Glascontainer bringen könnte.
Die Info-Tafel, die nun neben der Försterei steht, wurde aus Lotto-Mittel und vom Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz gefördert. Das Gestell mit Dach hat man in der Oberförsterei aufgebaut.

Illegale Müllentsorgung immer größeres Problem

Für Förster Kademann kommt zu dem beiläufig in den Wald geworfenen Müll noch das Problem der illegalen Müllentsorgung aus Haushalten oder von Baustellen. Fünf Reviere gehören zur Oberförsterei Brieselang und in diesem Jahr waren es 240 Kubikmeter Müll, der zwischen Buchen und Kiefern abgeladen wurde. Allein die Hälfte davon wurde im Revier Falkensee abgekippt.
Damit ist das Müll-Jahr nicht beendet. Gerade die Zeit um Weihnachten, sagt Kademann, gehöre zu den schlimmsten Zeiten in Sachen illegale Müllentsorgung im Wald. Die Menschen schenken sich neue Sofas, Schränke, Fernseher und die alten Dinge landen dann, nebst Verpackung der neuen Ware, im Wald. So stellen sich Fuchs und Reh ihr Weihnachten eher nicht vor. Schranken an den Waldwegen könnten die Müllentsorgung im wahrsten Sinn beschränken, ist Kademann sich sicher. Er lobt die gute Zusammenarbeit mit dem Landkreis und den beteiligten Firmen zur Müllentsorgung. Und er dankt den Waldarbeiterinnen für ihren Einsatz. Denn Müllentsorgung ist Team-Work.

Spenden für Mülleimer und -Greifer

Über die fleißigen Kinder der Kita Grashüpfer hatte Brawo schon einmal berichtet. Inzwischen haben sie, auch aus Fördermitteln, 24 weitere Greifer bekommen und die HAW hat Mülleimer und Handschuhe spendiert. Darüber freuen sich die Kids riesig, nur Bonbon-Papier ist mit diesen Greifern gar nicht so leicht aufzulesen. Vielleicht liest der Spaziergänger das jetzt und nimmt sein Papier künftig einfach mit nach Hause.