Im kommenden Jahr könnten die Schließzeiten für die kommunalen Kitas in Ketzin/Havel von drei auf zwei Wochen verkürzt werden. Dafür sprachen sich kürzlich der Bildungsausschuss und auch der Hauptausschuss mehrheitlich aus.

Antrag zur Überprüfung der Schließzeiten gestellt

Vorangegangen war ein Antrag der Fraktion SPD/Freie Wähler der Stadtverordnetenversammlung. Darin wird die Überprüfung der Schließzeiten beantragt, verbunden mit einer vorherigen Befragung der Eltern. Begründet wird der Antrag mit der Veränderung des zeitlichen Betreuungsbedarfes der Kinder, der sich in den letzten Jahren durch Veränderungen in der Arbeitswelt und der persönlichen Lebenssituation der Eltern ergibt. Dem soll, so die Meinung der Fraktion, durch eine möglicherweise Erforderliche Anpassung der Schließzeiten entsprochen werden.

Fast 200 Eltern befragt

In der inzwischen erfolgten Befragung haben 101 Eltern für die Beibehaltung der Schließzeiten gestimmt, für eine Abschaffung votierten 75 Eltern. Für eine Beibehaltung der dreiwöchigen Schließzeit im Wechsel mit dem Hort sprachen sich 20 Eltern aus. Vier Antworten waren nicht auswertbar.
Im Ergebnis dessen und der Berücksichtigung der Belange der Kitas legte die Stadtverwaltung drei Varianten für die Schließzeiten ab 2021 vor. In der Diskussion machte Jürgen Tschirch (SPD) darauf aufmerksam, dass durch eine Abschaffung der Schließzeiten mehr Personal benötigt werde, das von der Stadt zu finanzieren sei und somit zu höheren Kitabeiträgen führen würde.

Schließzeiten werden für Renovierungen genutzt

Iris Insel, Leiterin der Falkenrehder Kita, berichtete, welche notwendigen Baumaßnahmen in den Schließzeiten erledigt werden konnten, die während laufender Öffnung nicht möglich gewesen wären. Die dreiwöchige Schließung sei, wie Ilona Thiele von der Stadtverwaltung informierte, zwar gut für die Personalplanung, aber die Eltern müssten ihre Kinder in den Sommerferien drei Wochen selbst betreuen.

Hitzige Diskussion mit Eltern

Nach der Empfehlung der Variante mit zwei Wochen Schließzeit im Bildungsausschusses und im Vorfeld der Beratung des Themas im Hauptausschuss hat es offensichtlich unwürdige Diskussionen gegeben. So wäre in Paretz von Eltern unter anderem geäußert worden, „die Verwaltung machen wir fertig“ und „euch zeigen wir, wo der Hammer hängt“, wie Ilona Thiele bewegt schilderte. Zumal auf dem Fragebogen zur Elternbefragung angemerkt ist, dass die politischen Gremien nach Auswertung der Befragung die Schließzeiten festlegen. Diese Entscheidung werden die Ketziner Stadtverordneten am heutigen Montag ab 18 Uhr im Bürgersaal treffen.