Am Ende war es eine knappe Mehrheit der Kreistagsabgeordneten, die Michael Koch (CDU) das Vertrauen aussprach und ihn zum Beigeordneten des Landkreises Havelland wählte. Koch übernimmt damit ab 1. April das Dezernat III, zu dem das Ordnungs- und Verkehrsamt, das Umweltamt und das Amt für Landwirtschaft, Veterinär- und Lebensmittelüberwachung gehören. Der bisherige Beigeordnete Henning Kellner ist in den Ruhestand gegangen.

Mindeststimmanzahl erreicht

Michael Koch, der als einziger Vorschlag in der Beschlussvorlage des Landrates stand, erhielt in geheimer Wahl 29 Ja-Stimmen. 17 Kreistagsmitglieder stimmten gegen ihn, zwei enthielten sich der Stimme. Damit hat Koch auf die Stimme genau das vorgegebene Minimum an Zustimmung erhalten.

Michael Koch hatte die meisten Punkte

Vor der Abstimmung hatte Landrat Roger Lewandowski (CDU) das Bewerbungsverfahren erklärt. So seien insgesamt elf Bewerbungen auf die überregionale Stellenausschreibung eingegangen. Von diesen nahmen acht die Einladung zum Vorstellungsgespräch an. Jeder der Bewerber und Bewerberinnen musste einen 19 Punkte umfassenden Fragenkatalog beantworten.
Dabei habe es sich sowohl um allgemeine als auch um fachliche Fragen aus dem Dezernatsbereich gehandelt. Die Gespräche dauerten zwischen anderthalb und zwei Stunden je Bewerber und wurden vom Landrat und der Justiziarin der Kreisverwaltung geführt. Im Anschluss wurden die Antworten der Kandidaten nach einem festem Schema ausgewertet und bepunktet. Die Gesamtpunktzahl ergab dann die Reihenfolge der Kandidaten, an deren Spitze sich Michael Koch wiederfand.

Fachwissen und kommunalpolitische Erfahrung

Koch verfüge über viel Fachwissen und hat einen großen kommunalpolitischen Erfahrungsschatz, so der Landrat. Er glaubt, dass Koch die Aufgaben gut meistern wird.
Michael Koch, der seit 25 Jahren in Brieselang lebt, durfte sich auch nochmal vorstellen und betonte, dass er für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit stehen werde und es, wo immer möglich, einen „kurzen Draht“ zwischen Dezernat und Kreistag geben soll. Auch mit Verbänden und den Landwirten will er sich regelmäßig treffen, so dass Themen besprochen werden könnten, „bevor sie eskalieren“.

Fünf Dezernate und nur eine Frau

Die Kreisverwaltung ist in fünf Dezernate unterteilt, denen jeweils ein Beigeordneter vorsteht. Nur eines dieser Dezernate wird von einer Frau geführt. Die erste Beigeordnete, Elke Nermerich, leitet das Dezernat I. Günter Chodzinski, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen im Kreistag, bemängelte genau dieses und stellte in den Raum, warum die Gelegenheit nicht genutzt wurde, um die Frauenquote in der Führungsebene der Kreisverwaltung zu erhöhen. Frauen seien hier unterrepräsentiert, das passe nicht in die Zeit.