Am Montag wurde im Falkenseer Stadtentwicklungsausschuss das vom Büro Stadtraum erarbeitete Radverkehrskonzept vorgestellt. Kein reiner Schreibtischjob, wie Winfried Müller-Brandes vom Büro Stadtraum berichtete. Um die Lage einzuschätzen, sei man im Vorfeld Falkensees Straßen abgeradelt. Die relevanten Orte, welche es zu erreichen gilt, wurden identifiziert, sowie Haupt- und Wunschstrecken abgeleitet.
Das Hauptnetz soll durch Falkensee führen und die Stadt an die Nachbarn anbinden, wie zum Beispiel im Osten mit dem Radschnellweg nach Berlin-Spandau. Eigentlich sollten alle Hauptstraßen über Radwege verfügen.

Zu wenig Platz auf den Straßen

Eigentlich, denn hier zeigt sich oft das Platzproblem. Fußgänger, Radfahrer und Autos benötigen Raum für die sichere Fortbewegung. Dazu kommen Bäume, die allen Verkehrsteilnehmern Schatten spenden. So wäre eine der Ideen im Maßnahmenkatalog die Anlage von Fahrradstraßen, besonders geeignet für Straßen, die parallel zu Hauptstraßen verlaufen.

Fahrradstraßen könnten Lösung sein

Eine solche Fahrradstraße wäre für den motorisierten Verkehr nur noch eingeschränkt nutzbar. Anlieger frei, so steht es im Konzept, heiße hier wirklich, freie Fahrt für Anlieger, Anwohner, Besucher, Kunden, Lieferdienste und ähnliches. Die Durchfahrt der Straße ist dagegen kein Anliegen. Wenn man bedenkt, wie viele Anwohner über den Schleichverkehr vor der Tür klagen, könnte dies eine Lösung für zwei Probleme darstellen.
Auch eine ganze Fahrradzone könnten sich die Planer vorstellen. Umzugehen ist in dem Konzept mit dem vorhandenen Platz. Gebäude und deren Zufahrten, besagte Bäume, die Fahrbahnbreite, Straßenbelag und Parkraum geben die Handlungsspielräume vor, beziehungsweise beeinflussen sie.
Zu den vorgestellten Maßnahmen gehören auch ein Wegweiser- und Leitsystem, Bordabsenkungen oder Trittbretter an Ampelanlagen. Sicher sollen die Radwege sein, geeignet für geübte, täglich aktive Radler und auch unsichere Fahrrad-Lenker.

Sichtbarkeit der Radfahrer wichtig

Was noch fehlen könnte und zu berücksichtigen wäre, wurde bereits in einer ersten Diskussion offenbar. Für Uwe Kaufmann, Sprecher des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC) Falkensee ist die Sichtbarkeit der Radfahrer wichtig. Radwege hinter Bäume entlangzuführen hält er für keine gute Idee. Wie der Radverkehr bei Baustellen umgeleitet wird, sollte ins Konzept, wird vorgeschlagen, genauso wie Mittelinseln auch für die Nutzung durch Lastenräder nachzurüsten.

Gemeinsame Wegbenutzung unerwünscht

Was weitgehend auf Ablehnung stößt, ist die gemeinsame Wegenutzung durch Fußgänger und Radfahrer. Auf der Bahnhofstraße von Radfahrenden „übergemangelt werden“, möchte zum Beispiel Hans Peter Pohl (CDU) nicht weiter hinnehmen. Dass die Fahrbahn hier zu schmal ist, um Auto und Fahrrad dort fahren lassen zu können, bestätigt auch er.

Einwohnerbeteiligung Anfang 2021

Lösungen sind also gesucht. Beteiligen können sich die Einwohner voraussichtlich zum Jahresbeginn 2021. Corona-bedingt wird es eine Online-Beteiligung mit ebenfalls online durchgeführten Diskussionsrunden geben.
Wer jetzt schon zum Thema Radfahren mitreden möchte, kann dies beim Fahrrad-Klima-Test. Die vom Bundesministerium für Verkehr geförderte Umfrage des ADFC läuft noch bis auf fahrradklima-test.adfc.de.