Ein Leitbild gibt Auskunft zum Selbstverständnis der Stadt und benennt in kurzen Sätzen die zentralen Ziele der Bereiche städtischen Handelns und bildet damit die Grundlage für die künftige Entwicklung der Stadt. Bei den Handlungsfeldern ging es um die Stadt- und Dorfentwicklung genauso wie um Umwelt, Arbeiten und Einkaufen, Infrastruktur und Verkehr, aber auch um die Themen Gesellschaft, Bildung, Kultur, Sport und Tourismus, Verwaltung und Bürgerservice.
Die Teilnehmer hatten die Gelegenheit, in sieben wechselnden Arbeitsgruppen ihre Wünsche und Ideen einzubringen. Ein Moderator sammelte pro Gruppe die Vorschläge auf großen Papierbögen, die am Ende der Gruppenarbeit präsentiert wurden. Die Veranstaltung wurde vom Beauftragten für bürgerschaftliches Engagement und Beteiligung der Stadt Nauen, coopolis GmbH, moderiert. Ziel war, die gemeinsame partizipative Erarbeitung eines Entwurfs für ein neues Leitbild der Stadt Nauen zu beginnen.
Gunter App, Sachgebietsleiter für Stadtentwicklung der Stadt Nauen, beleuchtete während seiner Begrüßung die Stationen früherer Leitbildveranstaltungen aus den Jahren 1999 und 2007 und was daraus geworden ist. "Das integrierte Stadtentwicklungskonzept (INSEK) Nauen 2030 beinhaltet ein Leitbild für die Stadt und die Ortsteile, in dem sich alle wiederfinden und ein gemeinsames Entwicklungsziel", erklärte Gunther App. Es soll dialogorientiert sein und die Bevölkerung durch transparente Entscheidungsprozesse teilhaben lassen. Ein Stadtmarketing solle künftig die Image- und Markenbildung unterstützen, so App.
Ein weiteres Ziel ist es, die Lebensqualität im Havelland zu erhöhen. "Dazu zählen neben vielfältigen und bezahlbaren Wohnungsangeboten – auch in den Ortsteilen - auch der barrierearme Ausbau der Stadt", so der Sachgebietsleiter. Als Entwicklungsmotor stehe auch die Energieeffizienz im Fokus. Zudem spiele für einen kinder- und familienfreundlichen Lebensstandort eine innovative und vielseitige Bildungslandschaft eine zentrale Rolle. Für Investoren biete die Stadt Nauen auch in Zukunft einen attraktiven Standort und sei zugleich ein starker Wirtschaftspartner im Osthavelland. Das Konzept sieht auch vor, das regionale Kultur- und Tourismusangebot zu stärken. um das Havelland zu einer attraktiven Ausflugsregion werden zu lassen.
Die Aula des Goethe-Gymnasiums strotzte am Abend nur so vor Kreativität. Weit über 100 Vorschläge und Ideen der Teilnehmer wurden schließlich von den Moderatoren gesammelt. So sahen viele im Zuge der Digitalisierung eine Chance, die Ortsteile miteinander zu vernetzen, andere wünschten sich einen Radweg entlang des Kanals. Die Belebung der Innenstadt solle durch ein durchdachtes Konzept ebenso erreicht werden wie auch die Schaffung einer Bahn-/Busverbindung zwischen Nauen und Potsdam bzw. Kremmen.
Die Auftaktveranstaltung wird im ersten Halbjahr des kommenden Jahres in einer öffentlichen Stadtentwicklungskonferenz fortgesetzt. Parallel dazu wird das INSEK fortgeschrieben. Bis Ende September wird es dann einen Beschluss über das Leitbild und das INSEK geben.