Allen, die da glauben, es gäbe mit Corona und Schweinepest nichts mehr zu lachen, konnte am Freitag geholfen werden. Die „Titanic-Task Force“ hielt eine abendliche, satirische Lesung im Garten der Dallgower Bürgermeister-Kandidatin Vivian Tharun.

Messerscharfe Texte und unheimliche Wortspiele

Die spezielle Einheit hatte es mit messerscharf geschliffenen Texten und süß-säuerlichen Geschichten auf die Lachmuskeln der Besucher abgesehen. Keine Chance für grummelige Brummköpfe: Ella Carina Werner, Torsten Gaitzsch, Fabian Lichter und Moritz Hürtgen scheuten kein noch so unheimliches Wortspiel, um den Zuhörern glucksende Töne und schallendes Gelächter zu entlocken. Was ihnen spielend gelang, die Vier sind Redakteure der Satire Zeitschrift „Titanic - das endgültige Satiremagazin“ und allesamt verfügen sie über wohl angespitzte Bleistifte und einen fein geschliffenen Wortschatz.

Titanic-Briefe an den Leser

Die Rubrik „Briefe an den Leser“ ist seit 1979 fester Bestandteil im Magazin und aus diesem Klassiker lasen die vier Satiriker vor. Die sprachlichen Herausforderungen der Bundesregierung wurden aufs Korn genommen. So wurde die Frage gestellt, was genau drin sein könnte in einem „Paket gegen den Terror“? Spannender dürfte die Frage sein, wer es aufmacht und wie er oder sie hinterher aussieht.
Beipackzettel von Medikamenten wurden sprachlich untersucht und, ein Schelm wer hier einen Zusammenhang vermutet, gleich darauf die SPD-Spitze verbal verarztet. Und, wieder so ein unheimlicher Übergang, von Saskia Esken ging es zu Hansi Hinterseer. Ella Carina Werner hat einen nicht unbedingt appetitanregenden Brief an Clemens Tönnies dabei und Torsten Gaitzsch hat ein paar einschlagende Ideen für Heckler & Koch, die er ebenfalls in einem Brief festgehalten hat.

Milch-Preis-Rap

Die Zuhörer erfahren etwas über die neuen Rekrutierungsstrategien der Landwirte, der Milch-Preis-Rap findet bei Fabian Lichter leider nur Erwähnung, wird aber nicht vollumfänglich dargeboten. Es geht um die Deutsch-Dänische Freundschaft, deren Vorhandensein im Havelland nur begrenzt bekannt ist und um die erotischen Vorlieben der Grünen, insbesondere des Co-Chefs Robert Habeck. Dem historischen Merkel-Versprechen „Wir schaffen das“, widmet sich ebenfalls ein beträchtlicher Anteil der Lesung.

Satirische Lesung im Garten

Rund 60 Besucher hatten sich angemeldet, nicht alle kamen, einige der mit Abstand angelegten Sitzplätze blieben frei. Die, die da waren, hatten hörbar ihren Spaß. Der Eintritt war frei, für den wohltätigen Zweck wurden zwei Bücher vom „veganen Verschwörungssuppen-Koch“ Attila Hildmann versteigert. Nicht immer leichte, aber gut verdauliche Kost bei der satirischen Lesung im Garten, die diesmal nicht in Falkensee sondern in Dallgow-Döberitz stattfand.