Stand Donnerstag, 16. April, 16 Uhr, waren im Land Brandenburg insgesamt 2.249 laborbestätigte Coronafälle bekannt (aufsummiert seit der 10. Kalenderwoche). Davon werden aktuell 214 stationär im Krankenhaus behandelt. 33 der im Krankenhaus befindlichen Patienten müssen intensivmedizinisch betreut werden. 76 Menschen starben. Rund 1.000 Menschen gelten als genesen. Diese Zahl ist geschätzt, da es keine Meldepflicht bei Gesundung gibt. Im Havelland gab es zeitgleich 136 bestätigte Fälle, vier Menschen sind im Landkreis an den Folgen der Corona-Erkrankung verstorben.
Am Freitag will sich die brandenburgische Landesregierung zu einer Kabinettssitzung treffen und die mit dem Bund und den Ländern vereinbarten Maßnahmen in eine Rechtsverordnung umgesetzt. Darin soll u.a. geregelt werden, dass die Schulen in Brandenburg zuerst nur für die Prüfungen und prüfungsvorbereitenden Unterricht der Abschlussklassen geöffnet werden sollen. Das betrifft ab 27. April zunächst die Schüler aller zehnten Klassen. Die Abiturprüfungen starten unabhängig davon bereits ab 20. April.
Ab 4. Mai sollen dann auch Schüler der letzten Grundschulklasse, sowie der Abschlussklassen und qualifikationsrelevanten Jahrgänge der allgemeinbildenden sowie berufsbildenden Schulen, die im nächsten Schuljahr ihre Prüfungen ablegen, wieder zum Unterricht dürfen. An den Schulen sollen allerdings die Lerngruppen verkleinert werden. Kitas und Krippen bleiben auf jeden Fall bis einschließlich 3. Mai geschlossen.
Doch nicht nur für Schüler gibt es Lockerungen. Freuen können sich auch Einzelhändler mit Geschäften bis 800 Quadratmeter Verkaufsfläche. Sie dürfen unter Auflagen wieder aufmachen. Für Kfz- und Fahrradhändler sowie Buchläden wurde sogar die Flächenbegrenzung aufgehoben. Sie dürfen ebenfalls wieder öffnen.
Geschlossen bleiben Restaurants, Bars und Kneipen (Lieferdienste und Abholung weiter erlaubt). Weiterhin nicht erlaubt sind Besuche bei Verwandten und Bekannten, sowie private Reisen. Großveranstaltungen wurden bis einschließlich 31. August untersagt. Auch Gotteshäuser bleiben weiterhin geschlossen. Dienstleistungen, bei denen körperliche Nähe unabdingbar ist, sind weiterhin nicht gestattet. Einzige Ausnahme sollen die Frisöre sein, die ab 4. Mai unter Einhaltung von Hygienemaßnahmen wieder öffnen dürfen.
Auch weiterhin gelten die Kontaktbeschränkungen. Das heißt, es gilt immer noch der Mindestabstand von 1,5 Meter zwischen zwei Menschen, die nicht im selben Haushalt leben. Nach draußen geht es nur mit im Haushalt lebenden Menschen oder maximal einer anderen Person, dann aber unter Einhaltung des Mindestabstandes. Die Bundesregierung hat davon abgesehen, ein Tragen von nicht-medizinischen Gesichtsmasken zur Pflicht zu machen, empfiehlt dies aber ausdrücklich bei Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs und zum Einkaufen.