In Form einer digitalen Videokonferenz hielten die Havelland-Kliniken ihr Jahrespressegespräch ab. Der Rückblick auf das vergangenen 2020, stark im Zeichen von Corona stehende Jahr und ein Ausblick auf zukünftige Entwicklungen standen im Mittelpunkt der Gespräche mit dem Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Jörg Grigoleit.

Versorgung der Patienten immer gewährleistet

Wie Grigoleit betonte, sei es im vergangenen Jahr 2020 zu keinem Zeitpunkt dazu gekommen, dass im Landkreis Havelland Notfälle oder schwer Erkrankte nicht mehr behandelt werden konnten. Trotz einer teilweise auf rund 60 Betten aufgestockten Corona-Isolierstation habe man die Versorgung immer gewährleisten können. Die Planziele habe man aber nicht erfüllen können. So sind die teil- und stationär behandelten Fälle um rund 17 Prozent zurückgegangen. 3.471 Patienten weniger als 2019 wurden behandelt. Auch bei den ambulanten und psychiatrischen Fällen gab es einen Rückgang von rund 20 Prozent.

Liquidität war nicht gefährdet

Zu keiner Zeit war aber die Liquidität der Kliniken gefährdet. Gehälter und Rechnungen konnten immer pünktlich gezahlt werden. Es sei auch kein Mitarbeiter der Unternehmensgruppe in Kurzarbeit, betonten Jörg Grigoleit. Man habe die Mitarbeiter, die durch die Pandemie weniger Arbeit hatten, in anderen Bereichen eingesetzt.

Kreißsaal in Rathenow geschlossen

Erfreulich war das Ergebnis bei den Geburten. 627 Babys erblickten in den Kreißsälen in Nauen und Rathenow das Licht der Welt. Im Vorjahr waren es nur 440 Babys gewesen. Das lag vor allem an der damals bestehenden Schließung des Kreißsaals in Nauen. Dieser war 2020 ganzjährig offen. Allerdings mussten die Havelland-Kliniken nun den Kreißsaal in Rathenow aufgrund von Personalmangel schließen. Es werde an einer Lösung gearbeitet, versprach Grigoleit, der hier eine grundsätzliche organisatorische Reform der Geburtshilfe anstrebt. Zunächst sollen in Rathenow aber zumindest wieder Beratungsangebote für Schwangere angeboten werden.
Unter dem Vorbehalt, dass es keine dritte und vierte Welle der Corona-Pandemie gibt, haben die Kliniken ihre Ziele für die das kommende Jahr formuliert. Im Bereich der Kliniken soll am Standort Rathenow die Notfallversorgung weiter verbessert werden. Das sei im Flächenlandkreis Havelland besonders wichtig.

Anbau für 90 Betten in Nauen in der Planung

In Nauen wird derweil der Bedarf ein dauerhaft verfügbaren Isolierstation angegangen. Ein größerer Anbau mit einer Kapazität von insgesamt 90 Betten und einem weiteren Aufzugskomplex soll hier geplant werden. Dies wird auch nötig, um die angestrebten Zwei-Bettzimmer klinikweit umsetzen zu können. Umziehen soll dann auch die Psychiatrie, die dann ebenerdig sein wird.

Behandlungsschwerpunkt Onkologie soll etabliert werden

In den vergangenen Jahren hat sich die Havelland-Klinik GmbH um den Aufbau einer sehr guten Kardiologie bemüht. Dies sei nun soweit abgeschlossen, erklärte Grigoleit. Nun werde man mit der Onkologie einen weiteren Behandlungsschwerpunkt etablieren. Ein neuer Chefarzt mit viel Erfahrung in der onkologischen Chirurgie sei bereits gefunden. Ganz neu wird ein weiterer Chefarzt für das Hygienemanagement für alle Teile der Unternehmensgruppe zuständig sein.

Notfallzentrum geht im Juni an den Start

Fast fertig ist der Umbau der Notaufnahme am Standort Nauen. Im Juni soll hier das integrierte Notfallzentrum eröffnen. Darin wird auch der kassenärtzliche Bereitschaftsdienst integriert sein. Diesen Dienst gibt es bereits in Nauen, er führte auch dazu, dass sich die Zahl der ambulanten Patienten in den Kliniken im vergangenen Jahr verringert hat.

Weitere geplante Bauprojekte

Eine Erweiterung der Pflegefachschule in Nauen mit einem zweiten Bauabschnitt und in Konsequenz einer Verdopplung der Ausbildungsplätze wird von der Unternehmensgruppe angestrebt. Hier sei man seit zwei Jahren um Fördermittel beim zuständigen Ministerium bemüht. Eine Eigenfinanzierung durch Landkreis und Kliniken, wie für den ersten Bauabschnitt, stehe hier nicht zur Diskussion.
Bereits angelaufen ist der Bau eines Seniorenpflegezentrums in Wustermark. Sollte es die Witterung und Corona zulassen, soll hier noch im März der Grundstein gelegt werden. Das Pflegeheim wird 79 Plätze bereits halten.