So spannen Gisela Bartel und Gabi Schmidt unbeeindruckt vom Trubel des Museumsfestes Schaf- und Alpakawolle. „Unsere Schafzüchter informieren uns nach dem Scheren der Schafe und wir holen die Wolle ab“, erzählte Giesela Bartel und zeigte, was nach all den folgenden Arbeitsschritten an nützlichen Sachen in Handarbeit entsteht: Wärmende Schals, moderne und auch nostalgische Taschen und Beutel hatte die 81-Jährige im Angebot.
„Früher hatte ich als Hobby Kaninchen und Schafe, heute dengele ich Sensenblätter und binde Rutenbesen“, scherzte der 80-jährige Wilhelm Hoffmann und zeigte stolz seine Produkte. Ganz andere Produkte hatte die Tremmenerin Maren Müller in ihrer kleinen Ausstellung. Attraktive, Kerzenständer, Schalen und Gefäße, alles selbst getöpfert und Einzelstücke. „Ein guter und entspannender Ausgleich für die Arbeit am PC“, meinte sie.
Birthe und Manfred Lauterbach aus Berlin genossen sichtlich die entspannte Atmosphäre des Museumsfestes. „Eine tolle Dorfgemeinschaft, wie man sie nicht überall findet“, lobten sie und machten die Runde über den Festplatz. Während in der einen Ecke Cristina Klotz die Anwendung ihrer pflanzlichen Produkte gegen allerlei Wehwehchen erklärte, hatten die jüngsten Besucher sichtlich Spaß beim Sackhüpfen, Eierlaufen und der Gummihopse. „Historische Kinderspiele meiner Generation“, meinte Nadine Köpf. Gleich nebenan schminkte Andreana Bialek geduldig den Nachwuchs.
Bei Kaffee und von den Frauen des Fördervereins selbst gebackenem Kuchen und Gegrilltem ließ es sich gut den „fleißigen Handwerkern“ zuhören, ein kleines Programm der Tremmener Kita, und später auch dem Ketziner Gitarrenorchester. „Ich persönlich bin stolz auf den Museumsverein“, hatte Bürgermeister Bernd Lück zur Eröffnung gelobt und eine entsprechende Information parat. Für den erstmals ausgelobten Kulturpreis des Landkreises habe er den Förderverein für das Dorfmuseum vorgeschlagen, sagte er.
Und Lothar Lehnhardt, Vorsitzender des Fördervereins, blickte schon mal ein wenig in die Zukunft: Im nächsten Jahr werde es in der Sonderausstellung im Museum und auch beim Fest im August um die Geschichte der Ost- und der Westhavelländischen Eisenbahn gehen, informierte er.