Die Baumfällungen an der B 273 zwischen Nauen und Börnicke sind ausgesetzt. Der NABU Brandenburg hat per Eilantrag vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) Berlin-Brandenburg erreicht, dass der Landesbetrieb Straßenwesen eine Unterlassungserklärung abgab.

Insgesamt 106 Bäume sollten gefällt werden

Zum Ausbau der Bundesstraße 273 hatte der Landesbetrieb Anfang Februar mächtige Eichen fällen lassen - insgesamt sollten 106 Bäume fallen, wie der Naturschutzbund am Donnerstag informierte. Er erkennt darin einen „bedeutenden Erfolg für den Schutz von Alleebäumen und eines europäischen Fauna-Flora-Habitat-Schutzgebiets“.

Vorerst keine weiteren Fällungen

Der Landesbetrieb Straßenwesen verpflichte sich in seiner Unterlassungserklärung, bis zur Nachholung einer Vorprüfung zur Umweltverträglichkeit des Vorhabens keine weiteren Fällungen oder sonstigen Eingriffe in geschützte Lebensräume entlang der B 273 zwischen Nauen und Börnicke vorzunehmen, wie der NABU weiter mitteilte.

Umweltverträglichkeitsprüfung und Planfeststellungsverfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung abgelehnt

„Auch, wenn wir nicht alle Bäume retten konnten, ist das ein wichtiger Zwischenerfolg“, bilanzierte die Naturschutzreferentin des NABU Brandenburg, Manuela Brecht. Nach Auffassung des NABU wäre eine umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung und ein Planfeststellungsverfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung erforderlich gewesen, was der Landesstraßenbetrieb jedoch abgelehnt hätte.

Europarechtlich geschütztes Natura-2000-Gebiet

„Ein solches Vorhaben, bei dem mehr als einhundert geschützte Alleebäume gefällt und Flächen eines europarechtlich geschütztes Natura-2000-Gebiet versiegelt werden sollen, darf nicht ohne Umweltverträglichkeitsprüfung und eine Beteiligung der Öffentlichkeit durchgeführt werden“, zeigte sich Rechtsanwalt Thorsten Deppner, der den NABU in dem Verfahren vertritt, überzeugt.

Auch zwei Habitat-Bäume gefällt

Laut NABU sei weiterhin ungeklärt, wie es im Zuge des Vorhabens auch zur Fällung von zwei Habitat-Bäumen streng geschützter FFH-Käferarten, Großer Rosenkäfer und Eremit (auch Juchtenkäfer genannt), kommen konnte. Hier prüft der NABU Brandenburg weitere rechtliche Schritte.