Beim ersten Kind sei die Suche nach einem Kitaplatz in der Gemeinde Brieselang noch unkompliziert gewesen, erzählt Mike Jericho. Die Vierjährige sei in ihrer Kita „super aufgehoben“, fügt der zweifache Familienvater hinzu. Dann kam der jüngsten Spross in der Familie. Hier gestaltete sich die Suche deutlich schwieriger, erinnert sich Jericho. Zwei bis drei wöchentliche Anrufe bei der Gemeinde waren nötig, um einen Kita-Platz zu erhalten.
Nicht nur die Suche nach einem Platz sei in der Gemeinde herausfordernd. Auch die Kitas selbst erwiesen sich nicht immer als zuverlässige Partner für Kinder und Eltern, so Jericho. Den Grund dafür sieht Jericho beim Kita-Träger. Diese würden auf Ausfälle beim Personal nicht angemessen reagieren. Die Folge, ein Erzieher müsse die Verantwortung für immer mehr Kinder übernehmen. Das geht an die Belastungsgrenze und die Erzieher suchen oft andere Arbeitgeber.

Verein für Schaffung von Kitaplätzen gegründet

Das Personal, so Jericho, wechsle sehr schnell. „Das ist überwiegend tolles Personal. Mit dem muss man gut umgehen“, sagt Jericho. Der 30-Jährige kennt sich aus, ist Fachwirt für Kita-Management. Jericho ist überzeugt, das geht auch besser. Zum Jahresbeginn haben er und elf weitere Personen den Verein „ZukunftsChancen Brieselang“ gegründet. Ihr Ziel: Die kurzfristige Schaffung von 30 bis 40 Kita-Plätzen durch eine vom Verein betriebene Kita.
Inzwischen sei der Verein bereits auf 20 Mitglieder angewachsen, sagt Jericho, der den Vorsitz über den frisch gegründeten Verein führt. Seit 2017 lebt er mit seiner Frau, dem Hund und zwei Katzen in Brieselang. Zwei Kinder machten die Familie komplett. Jericho gehört keiner politischen Partei an. Die Sitzungen der Gemeindevertreter besucht er regelmäßig. Er hält den Kontakt zum Landkreis.

Investoren für neue Kita in Brieselang bereits gefunden

Brieselang gehört zu den stark nachgefragten Gemeinden im Schatten der Bundeshauptstadt. Ländlicher Vorortcharme, Anschluss an Bundesstraße und Autobahn, ein Bahnhof, beschaulicher Ortskern. Mehr als 12.000 Menschen sind in Brieselang zu Hause. Neun Kindergärten widmen sich den Kleinsten, eine weitere Kita soll gebaut werden.
Für die Kita-Idee des Vereins konnte Jericho bereits Investoren begeistern. Die würden das Grundstück kaufen, bauen und im Anschluss an den Verein vermieten. Um die Behördengänge im Vorfeld müsste sich allerdings der Verein kümmern. Dazu ist Jericho grundsätzlich auch bereit, allerdings verfügt der Verein nicht über die finanziellen Mittel, die offenbar nötig werden.

Gemeinde unterstützt Verein

So müsste der Verein eine Bauvoranfrage im Bauordnungsamt stellen. Die ist allerdings nicht für lau zu haben. „Rund 400 Euro würde eine Voranfrage kosten“, sagt Jericho und fügt hinzu, dass der Verein sogar zwei Investoren an der Hand hätte. Mit einem Dritten werde verhandelt.
Für die Prüfung, ob die Grundstücke überhaupt für eine solche Nutzung in Betracht kämen, würde sich Jericho die Unterstützung des Landkreises wünschen. Kurz nach seinem Pressegespräch kommt die erlösende Nachricht. Die Gemeinde prüfe nun die planungsrechtliche Eignung der Grundstücke für eine Kita. Damit wäre Jericho einen deutlichen Schritt weiter.

Kita-Personal hat der Verein bereits in der Hinterhand

Personal habe er bereits in Aussicht, sowohl für die Kinderbetreuung wie auch für den Wirtschaftsbereich. Die Buchhaltung würde seine Frau im Ehrenamt übernehmen. Die Verwaltung würde er möglichst klein halten wollen. Dafür müssten die Eltern dann auch mal mithelfen. Die Kita soll keine Privateinrichtung mit hohen Preisen werden. Als gemeinnütziger Verein würden sie keine Gewinne erzielen wollen, sagt Jericho und fügt hinzu: „Ich bin felsenfest von der guten Sache überzeugt.“