In den vorhandenen Räumen in der Bahnhofstraße könnte außerdem gemeinsam gekocht werden, Gesprächsabende oder die Einrichtung eines Cafés wären denkbar. Auch ein dort ansässiger „Info-Point“ für soziale Aktivitäten dürfte nicht nur für Neuankömmlinge oder Besucher hilfreich sein. Zur personellen Unterstützung könnte jemand aus dem Bundesfreiwilligendienst, ein sogenannter „BuFDi“, beschäftigt werden, auch die Ableistung eines Freiwilligen Sozialen Jahrs wäre möglich, so die Vorstellung der Teilnehmer. Vor dem Hintergrund, dass ein Interkulturelles Zentrum nicht als „Einbahnstraße“ betrachtet werden sollte, wurde auf einen offenen Rahmen besonderer Wert gelegt. „Menschen, die neu zu uns kommen, haben ganz viel zu geben. Man muss auch offen dafür sein, selbst etwas dazuzulernen“, so Moderator Matthias Hofmann. Schlüsselkompetenz sei hierbei die Begegnung mit Respekt, „auf Augenhöhe“. Vor diesem Hintergrund wurde im Dezember 2015 der Verein „Begegnung in Falkensee“ gegründet.
Eine weitere Diskussionsrunde beschäftigte sich mit der Frage, an welchen Orten in der Stadt in Ergänzung zu diesem Standort bereits interkulturelle Begegnungen stattfinden. Unter der Überschrift „Wir weben ein Netzwerk“ wurden Ideen gesammelt und rote oder grüne Klebepunkte in den Stadtplan eingeklebt. Dabei wurde deutlich, dass die Falkenseer Zivilgesellschaft in dieser Hinsicht bereits einiges bewegt hat. Mehr als ein Dutzend rote Punkte markierten am Ende Vereine, Kirchengemeinden oder Sportstätten, die unter dem Motto „Refugees Welcome“ ihre Türen für die „Newcomer“ geöffnet halten. Ein gelungenes Beispiel stellt der Mittagstisch im Mehrgenerationenhaus des ASB dar.
Lebhaft ging es an Tisch vier zu. Hier wurde im Rahmen eines Rollenspiels einer Gruppe von „Newcomern“ vermittelt, was in ihrer neuen Heimat im Falle einer Einladung zum Gartenfest zu beachten sein könnte. „Bei einer offiziellen Einladung wäre es bei uns im Iran üblich, ein größeres Gastgeschenk, vielleicht ein Kaffeeservice, mitzubringen“, übersetzte etwa Sigrid für Akhbar aus dem Persischen. Man einigte sich dann auf einen Blumenstrauß, möglichst nicht von der Tankstelle. „Bringen sie dann alle ihre Freunde mit?“ wollte die „Gastgeberin“ vorsorglich wissen. Lustig fanden es wohl beide Seiten. Darüber hinaus wurden die Themen Arbeit und der Weg aus der Gemeinschaftsunterkunft in eine eigene Wohnung beleuchtet.