Oliver Huth, Kreisvorsitzender der Piraten im Havelland, und der gesamte Vorstand bis auf Lutz Ludvigsen wollen erneut kandidieren. Sofern sie gewählt werden, sind sie für ein Jahr im Amt. Laut Huth wollen sich die Piraten breiter aufstellen. Der Blick auf die seit der Berlin-Wahl wachsenden Mitgliederzahlen zeigt, dass die Piraten einiges vorhaben. 56 Mitglieder zählt die Piratenpartei im Havelland mittlerweile (zum Vergleich: brandenburgweit sind es rund 850), etwa doppelt so viele wie noch vor dem schlagzeilenträchtigen Einzug der Parteikollegen in das Berliner Abgeordnetenhaus. „Die Tendenz ist steigend, auch im Havelland. Zu dem haben wir regelmäßig neue Anträge auf dem Tisch liegen“, sagt der Kreisvorsitzende.
Erfreulich findet Huth die Entwicklung, dass, nachdem anfangs nur junge Leute Interesse an der politischen Arbeit der Piraten gezeigt hatten, nunmehr auch ältere „Freibeuter“ aktiv mitarbeiten wollen. „Der Altersdurchschnitt ist von 30 auf 40 gestiegen. Mittlerweile merkt jeder, dass wir keine Spaß- oder Protestpartei sind. Das hat sich gewandelt“, so Huth.
Doch personelle Angelegenheiten sollen mittelfristig in den Hintergrund treten. Wichtig sei es, „programmatisch verstärkt und stabil Fuß zu fassen. Wir brauchen inhaltlich etwas Vorzeigbares“. Probleme gebe es schließlich in der Region genügend.
Die Piraten haben laut Huth den Anspruch, 2014 Sitze in den Gemeindevertretungen oder städtischen Parlamenten zu ergattern. Beim Thema Kreistag hält sich der Vorsitzende allerdings bedeckt. „Das ist eine zeitliche Frage. Wir müssen schauen, ob das jemand von uns hinbekommt, sollten wir gewählt werden.“ Aller Euphorie zum Trotz bleibt Huth jedoch realistisch, denn niemand wisse, was nach dem Stimmungshoch kommt. „Das hat man ja bei der FDP gesehen. Es kann ratzfatz wieder ‘runtergehen.“
Oliver Huth, Vorsitzender der Piratenpartei im Havelland.