Die DB Immobilien, der mehrere Grundstücke südlich der Bahntrasse am Bahnhof Albrechtshof gehören, beruft sich bei der beabsichtigten Schließung auf die ihr obliegende "Verkehrssicherungspflicht". Demnach müsse sie die Sicherheit der dort parkenden Autos und eine unfallfreie Benutzung der Fläche durch die Bürger gewährleisten - das könne sie nun angeblich nicht mehr. Warum dies über viele Jahre kein Problem zu sein schien und ob nicht ein Schild "Benutzung auf eigene Gefahr" ausreichen würde, konnte die DB nicht beantworten.
"Die DB sieht keine Möglichkeiten und hat kein Interesse, aus eigenen Mitteln den auch von der BISF geforderten größeren Park&Ride-Parkplatz zu bauen. Gewinnstreben der DB Immobilien geht hier also vor Gewährleistung eines attraktiven Zugangs für die Fahrgäste zum ÖPNV", so Wille, der sich an eine
Provinzposse erinnert fühlt.
Hauptverursacher der Schließung des beliebten Parkplatzes dürfte aber der Berliner Bezirk Spandau sein, wie er weiter meinte. Die Beendigung der wilden Nutzung des Parkplatzes sei dem Vernehmen nach insbesondere damit begründet, dass die bisher genutzte Freifläche in einem Wasserschutzgebiet des Wasserwerkes Staaken läge und dort eben kein Pkw-Parkplatz zulässig sei, da austretende Schadstoffe der Fahrzeuge das Grundwasser belasten könnten. "Dass in 50 Meter Entfernung, direkt auf der anderen Seite der Bahntrasse, ein Discounter (Netto) vor ein paar Jahren einen Parkplatz mit gut 100 Stellplätzen bauen durfte, widerspricht dieser Argumentation", so Wille weiter.
Darüber hinaus ließ das Spandauer Bezirksamt seinen Angaben zufolge verlauten, dass es kein Interesse hätte, einen Parkplatz zu finanzieren und zu bauen, der zum überwiegenden Anteil von Falkenseer - also Brandenburger - Menschen genutzt werden würde. "Diese Denkweise, die an der Stadtgrenze Halt macht und tatsächliche Verkehrsflüsse ignoriert, empfindet die BISF als bedenklich." Auf Grund der vielen Verflechtungen zwischen der Stadt Berlin und dem nahen Umland müssten Verkehrs- und ÖPNV-Angebote schließlich zwingend übergreifend betrachtet werden. "Eine indirekte Ausgrenzung Falkenseer Bürger an einem Spandauer Bahnhof passt da nicht ins Bild."
Insgesamt würde zudem die Attraktivität des ÖPNV in der Region - wo nun gerade neue Aufzüge am Bahnhof Albrechtshof eingebaut wurden - negativ beeinflusst werden, erwartet Wille. "All dies erscheint uns als kontraproduktiv."