Als die Polizei im November 2019 die Sicherstellung von mehr als 200 Kilogramm Cannabisprodukten auf einem Grundstück in Schönwalde-Glien vermeldete, bezeichnete sie dies als einen der größten Drogenfunde in Brandenburg in den vergangenen Jahren. Inzwischen ist das erste Gerichtsurteil im Zusammenhang mit dem Drogenfund gefallen.

Zwei Männer wegen Drogenbesitz und -handel verurteilt

Das Landgericht Potsdam verurteilte zwei Männer, die damals in Untersuchungshaft gekommen waren, wegen des Besitzes von Drogen und Beihilfe zum Drogenhandel in zwei Fällen. Der 32-jährige Kroate Adrian P. muss für fünf Jahre und sechs Monate ins Gefängnis, der 45 Jahre alte Deutsche Axel S., der außerdem selbst Cannabis verkauft hatte, für drei Jahre, teilte das Gericht mit.

Marktwert mehr als eine Million Euro

An Stelle der ursprünglich vermuteten 200 Kilogramm war in der Anklage „nur“ noch von 98,2 Kilogramm die Rede. Die Polizei schätzte den Marktwert der illegalen Drogen auf mehr als eine Million Euro – eine Größenordnung, die die Richter nach insgesamt sechs Verhandlungstagen nicht bezweifelten. Bereits im September 2019 sollen auf demselben Grundstück weitere 30 bis 40 Kilogramm umgeschlagen worden sein. Während S. die Strafe akzeptiert hat, hat P. Rechtsmittel gegen das Urteil eingelegt.
Neben den beiden jetzt Verurteilten waren auf dem Grundstück in Schönwalde-Glien auch zwei 28- und 31-jährige Polen und zwei 40- und 26-jährige Deutsche angetroffen worden. Ob gegen sie noch ermittelt wird oder sie angeklagt wurden, blieb nach einer Nachfrage bei der zuständigen Staatsanwaltschaft Frankfurt/Oder offen. Wie die Behörde mitteilte, wurde gegen fünf weitere Tatverdächtige ein neues Ermittlungsverfahren eingeleitet. Dabei handele es sich um eine 40-jährige Frau und einen 31-jährigen Mann aus Polen sowie drei deutsche Männer im Alter von 35, 29 und 26 Jahren.

28 Paletten voll mit Marihuana gefüllten Eimern

Die Ermittler des Landeskriminalamtes hatten im November 2019 in Schönwalde-Glien nach eigenen Angaben 28 mit Kunststofffolie umwickelte Europaletten mit je 32 Plastikeimern sichergestellt. Eine Vielzahl dieser Eimer sei mit etwa einem Kilogramm Marihuana befüllt gewesen. Außerdem waren zehn Mobiltelefone, zwei Laptops, zwei Tablets sowie eine untere vierstellige Bargeldsumme beschlagnahmt und eine Wohnung in Berlin-Mitte durchsucht worden. Erste Hinweise auf vornehmlich deutsch-polnische Tätergruppierung seien damals von der polnischen Polizeibehörde CBSP Gorzow gekommen.