Mit der Fertigstellung der Straße voraussichtlich im November diesen Jahres wird der Weg von der A 10 zu den Unternehmen im GVZ um zwei Kilometer kürzer. Das gesamte Projekt soll laut Plan 2,962 Millionen Euro kosten und wird mit 1,793 Millionen Euro mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung EFRE gefördert. Die Restsumme in Höhe von 1,169 Millionen Euro bringen in etwa je zur Hälfte die Gemeinde Brieselang und freiwillig eine Interessengemeinschaft, zu der sich ein Teil der ansässigen Unternehmen Saint-Gobain Weber, Saint-Gobain Rigips, WWZ Immobilien Havelland,Wolf Logistik, Pressevertrieb Potsdam und GTA Industrial Custodian Pty Limited zusammen geschlossen haben. Bürgermeister Wilhelm Garn, aber auch Egbert Neumann, der seinen Chef Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger vertrat, zeigten sich stolz darüber, "dass dieses Projekt in nur acht Monaten auf den Weg gebracht werden konnte, obwohl viele verschiedene Hürden zu nehmen waren." Denn die Trasse verläuft außerhalb des B-Plan Gebietes und durch ein Landschaftsschutz- und Waldgebiet, das auch Flächen der Stadt Nauen umfasst. Der Dank des Bürgermeisters galt deshalb auch dem Geschäftsführer von IPG Potsdam, Dipl. Ing. Rüdiger Hage, der mit seiner Gesellschaft für die Planung und Projektsteuerung der Straße zuständig ist und dem Landesbetrieb für Straßenwesen, der bei der Planung des Kreisels auf der L201 "in der Lage war, sachorientiert und kurzfristig Entscheidungen zu treffen."
Der Gemeindechef von Brieselang konnte sich in seiner Rede auch den Hinweis nicht verkneifen, dass der Bau der Straße sich wegen des "Brandenburger Ottern-Erlasses" um rund 300.000 Euro verteuert: "Obwohl noch nie jemand einen Otter in dieser Gegend gesehen hat, können wir den Seitenarm des Großen Havelländischen Hauptkanals nicht mit Röhren überqueren, sondern müssen eine "Otterbrücke" bauen. Der Otter mag nämlich keine Röhren." Die für die Trasse zu fällenden Bäume werden durch 40.000 Stecklinge ersetzt, mit denen in der Stadt Nauen ein Waldgebiet aufgeforstet wird.
Die zusätzliche nördliche Anbindung an den Westlichen Berliner Ring in Höhe der Anschlussstelle Falkensee wird auf einer Länge von 1,3 Kilometer und einer Breite von 6,50 zu einem Kreisverkehr an der Landesstraße 201 führen, den auch große Lastwagen problemlos befahren können.
Mit dem Bau dieser Straße wird das GVZ Berlin West mit einer Gesamtfläche von 98 Hektar, einem rechtskräftigen B-Plan mit ausgewiesenen GI/GE-Flächen, einem Schiffsanlegeplatz, Bahnanschluss und gutem Bahn/Bus-Nahverkehr für die Ansiedlung großer Unternehmen noch attraktiver. Neben den oben genannten Investoren in die neue Zufahrt sitzen auch Logistikunternehmen wie Amazon und Zalando mit Güterverteilzentren im GVZ Brieselang. Gebaut wird die Straße vom Bauunternehmen Matthäi.