Das Gesicht von Falkensee ist geprägt durch zahlreiche Grünzüge, Gärten und einen dichten Waldbestand, der die Stadt umschließt. In den vielen Grünanlagen finden auch Wildtiere ihren Lebensraum. Ob Waschbär, Wildschwein oder Fuchs – die tierischen Mitbewohner sind kein seltener Anblick. Die Nähe von Mensch und Tier kann jedoch manchmal zu Problemen führen, beispielsweise, wenn Waschbären auf ihrer Nahrungssuche Mülltonnen umwerfen, Marder Autokabel beschädigen oder Wildschweine Gärten umwühlen.

Jäger mit Stadtjagderlaubnis

Um diese Konflikte aus dem Weg zu räumen und möglichst vorzubeugen, ist der Falkenseer Tierbeauftragte und Stadtjäger täglich im Einsatz. Seit Dezember 2018 erfüllt Philipp Fricke diese Aufgabe. Neben der Jagd im Stadtgebiet, spielt auch der Schutz der Wildtiere in seiner Tätigkeit eine wichtige Rolle. Unterstützt wird er dabei durch drei Jäger mit Stadtjagderlaubnis. Bis Ende 2018 nahm Harry Heinicke hauptberuflich die Aufgabe des Tierbeauftragten in Falkensee wahr. Zuletzt gab er seinen großen Erfahrungsschatz an Philipp Fricke weiter und steht diesem seither weiterhin mit Rat und Tat zur Seite.

Kontroll- und Beratungsaufgaben

Für den Tierbeauftragten sieht jeder Tag anders aus. Das Aufgabengebiet umfasst eine vielfältige Mischung aus Kontroll- und Beratungstätigkeiten. So steht Philipp Fricke im ständigen Austausch mit den Einwohnern, nimmt Anliegen auf und reagiert direkt auf Vorfälle, beispielsweise, wenn Gefahr im Verzug besteht. Häufig berät er Bürger vor Ort in Bezug auf die Grundstückssicherung gegen Wild, aber auch zum richtigen Umgang mit heimischen Wildtieren und sensibilisiert für deren Lebensraum.
Täglich kontrolliert er Fallen und prüft die Schwarzwildbewegung im Stadtgebiet. Daraus resultiert die strategische Planung der Bejagung von Wildtieren im Stadtgebiet unter Einbeziehung der Landesforst und der anliegenden Jagdpächter. Philipp Fricke besitzt dafür eine besondere Schusswaffengebrauchserlaubnis für den Friedbereich, also das Stadtgebiet, von Falkensee. Zudem leistet er Amtshilfe für Polizei und andere Behörden, u. a. bei Wildunfällen. Auch das Einfangen von entlaufenen Haus- und Nutztieren und Aufgaben des Tierschutzes gehören zum Tätigkeitsbereich des Tierbeauftragten.
Um die wichtigen Aufgaben wahrzunehmen, benötigt der Tierbeauftragte eine besondere Ausbildung und spezielle Kenntnisse. Dazu gehören eine abgeschlossene Berufsausbildung und ein gültiger Jagdschein sowie ein abgeschlossener Immobilisationslehrgang. Grundsätzlich ist die Jagd im Friedbereich untersagt. Philipp Fricke handelt jedoch im Rahmen der Gefahrenabwehr mit Sondergenehmigung auf Grundlage des Ordnungsbehördengesetzes.

Tipps des Falkenseer Stadtjägers

In einer grünen Stadt wie Falkensee ist damit zu rechnen, regelmäßig Tiere wie Fuchs oder Reh anzutreffen. Ein fester, dichter Zaun (zum Beispiel Stabmatte oder Lattenzaun) bietet Schutz gegen Schwarzwild. Bestenfalls verfügt der Zaun über ein Betonbord. Der klassische Maschendraht erwies sich als weniger wirksam. Es ist außerdem darauf zu achten, keine Gartenabfälle bzw. Kompost oder Essbares offen im Garten stehen zu lassen. Dies lockt Waschbären an. Futterhäuser für Vögel sind besonders zu sichern oder schwer erreichbar aufzustellen.

Auch für Hunde und Katzen zuständig

Ein naturnah gestalteter Garten mit vielen Bäumen und möglichst wenig Bodenversiegelung biete auch für die Tiere einen Lebensraum, in dem sie Nahrung und Unterschlupf finden. Bei der Pflege des Gartens sollte auf den Einsatz von Insektengiften verzichtet werden, rät Fricke.
Darüber hinaus weist der Tierbeauftragte daraufhin, Hunde und Katzen gegen Staupe zu impfen. Im Stadtgebiet von Falkensee herrscht Leinenzwang, daher sind Hunde immer an der Leine zu führen. Ausnahmen gelten nur in den beiden Hundeauslaufgebieten in der Bachstelzenstraße/Ecke Zaunkönigstraße und in der Seegefelder Straße. Es ist ratsam, Hunde und Katzen immer chippen zu lassen und diese beim Haustierregister Tasso zu registrieren.
Damit alle menschlichen und tierischen Bewohner in Falkensee sich wohlfühlen, weist Philipp Fricke daraufhin, keinen Müll in der Natur liegen zu lassen und beobachtete Verstöße zur Anzeige bei der Polizei oder dem Ordnungsamt zu bringen.
Der Tierbeauftragte ist über das Ordnungsamt der Stadt Falkensee zu erreichen. Über die zentrale Rufnummer 03322/281300 können Einwohner ihr Anliegen schildern. Gemeinsam mit Philipp Fricke wird anschließend eine Lösung erarbeitet.