Noch weiß niemand ganz genau aus welchen Ländern die Flüchtlinge nach Falkensee kommen. Doch klar ist, dass viele Einheimische ihnen die Integration hierzulande erleichtern wollen. Zu diesem Zweck sind auf Seiten der Willkommensinitiative bereits professionelle Strukturen geschaffen worden. Je nach Thema sind Experten aktiv, die nichts dem Zufall überlassen wollen. Zehn Arbeitsgruppen, darunter AGs für Patenschaften, Beschäftigung, medizinische Versorgung, Fremdsprachen, Sponsoring oder Öffentlichkeitsarbeit, gibt es bereits. "Alle wichtigen Felder sind abgedeckt", sagt Ulf Hoffmeyer-Zlotnik. "Identifizieren wir weiteren Bedarf, wird eine neue AG gegründet."
Wichtigstes Hauptaugenmerk legt die Initiative indes auf die Patenschaften. Sie sollen qualitativ gut sein. Das heißt, dass diejenigen, die als Paten Hilfestellung geben wollen, zunächst selbst geschult werden. Sie sollen sich etwa im Hinblick auf die Herkunftsländer der Flüchtlinge mit den jeweiligen Kulturen und Problemlagen auseinandersetzen.
Erwartet wird ein polizeiliches Führungszeugnis, auch eine schriftliche Vereinbarung wird als Übereinkunft geschlossen. Ein halbes Jahr lang sollen sich die Paten, die während eines Seminars geschult werden, mit den jeweiligen Flüchtlingen im Schnitt einmal wöchentlich treffen. So soll eine Verbindlichkeit gewährleistet werden. "Verlässlichkeit ist die Basis", wie Birgit Nestaras, die sich in der AG Patenschaften engagiert, betont. Ein Mentor wird als Außenstehender zwischen den Beteiligten zudem beratend tätig sein. 60 Falkenseer haben bereits Interesse signalisiert, Patenschaften übernehmen zu wollen.
Daneben bietet die Willkommensinitiative auch strukturelle Patenschaften an. Das heißt: Wer finanziell einen Beitrag leisten kann, etwa projektgebunden Geld für Sprachkurse zur Verfügung stellt, ist gleichfalls willkommen. Weil die Willkommensinitiative mittlerweile eine Untergruppe der Lokalen Agenda 21 Falkensee ist, können auch Spendengelder ordnungsgemäß quittiert werden.
Aber: Der Zusammenschluss von Engagierten will die von Todesangst in die Flucht getriebenen Menschen keinesfalls überfordern und ihnen permanent den Weg weisen. "Zurückhaltung ist absolut geboten, Sensibilität gefragt. Deshalb werden wir auch nicht gleich am Anfang eine Willkommensfeier veranstalten, sondern erst dann, wenn die Zeit Reif ist - vermutlich im Herbst", so Hoffmeyer-Zlotnik.
Und sonst? Sportereignisse, eine Fahrradwerkstatt oder Internationale Kochnachmittage sollen gleichfalls organisiert werden. Unser Ziel als wichtigster Kern bleibt, den Flüchtlingen das Fremdheitsgefühl zu nehmen. Zudem soll ihnen im Alltag geholfen werden. Auch Sprachkurse wollen wir vermitteln.
Von zentraler Bedeutung ist darüber hinaus, dass Flüchtlinge Initiative zeigen. Sie zu bemuttern ist nicht unser Ziel. Sie sollen sich einbringen", betont Michael Grüter, der die Öffentlichkeitsarbeit der Initiative koordiniert. Und: Was nicht vergessen werden soll, bringt Nestaras auf den Punkt: "Es kommen Menschen, die geflüchtet sind. Es sind keine Feinde."
Kontakt: www.willkommen-in-falkensee.de, wwww.facebook.com/falkenseekannanders, Telefon: 0177/3847996 (Kathleen Kunath) oder fluechtlinge-willkommen-in-falkensee@web.de.